Im neuen Landeshauptleute-Barometer liegt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ganz hinten. Unter allen neun Landeschefs schneidet er bei den Österreichern am schlechtesten ab. Ein genauerer Blick zeigt aber, dass das Bild in seiner eigenen Stadt ein anderes ist.
Letzter von neun
Die Lazarsfeld-Gesellschaft hat für oe24 von 21. bis 22. September 1.000 Personen befragt, ob sie von den einzelnen Landeshauptleuten einen guten oder schlechten Eindruck haben. Wie oe24 berichtet, ist Ludwig in diesem Ranking „Klassenletzter“. Seinen genauen Wert nennt der Bericht im Text nicht. Klar ist aber: Außer dem Steirer Mario Kunasek kommen alle Landeschefs auf einen negativen Saldo, also auf mehr schlechte als gute Nennungen – und Ludwig am deutlichsten.
Ein Wiener Malus?
oe24 liefert selbst eine mögliche Erklärung: Ludwig gelte in der Bundeshauptstadt als hochgeachtet, dürfte aber unter dem „allgemeinen Malus“ leiden, der Wien im restlichen Bundesgebiet entgegenschlage. Das ist eine Deutung der Redaktion, keine Auswertung der Umfrage. Wichtig ist aber der methodische Punkt dahinter: Befragt wurden Menschen in ganz Österreich, nicht nur in Wien. Ein Burgenländer oder Tiroler bewertet also einen Bürgermeister, von dessen Politik er selbst kaum direkt betroffen ist.
Zu Hause deutlich stärker
Die Zahlen aus Wien selbst stützen diese Einordnung. Bei der Gemeinderatswahl im April 2025 kam die SPÖ unter Ludwig laut amtlichem Ergebnis auf 39,38 Prozent und wurde in allen 23 Bezirken stärkste Partei. Im „Stadtbarometer“ von W24 und dem Institut IFDD von Ende Juni käme Ludwig bei einer hypothetischen Direktwahl auf 46 Prozent, FPÖ-Stadtparteichef Dominik Nepp auf 26 Prozent. Laut IFDD-Chef Christoph Haselmayer liegt Ludwig damit über dem Wert seiner Partei, die in derselben Umfrage bei 36 Prozent lag. Beim Landesparteitag im Frühjahr wurde er zudem mit 92,33 Prozent als Wiener SPÖ-Chef bestätigt.
Kunasek weit vorne
An der Spitze des Rankings steht mit großem Abstand Kunasek (FPÖ): 33 Prozent haben von ihm einen guten, nur 17 Prozent einen schlechten Eindruck, ein Saldo von plus 16. Dahinter folgt Burgenlands Hans Peter Doskozil (SPÖ) mit minus 5, danach Vorarlbergs Markus Wallner (ÖVP). Oberösterreichs Thomas Stelzer und Niederösterreichs Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) legen laut oe24 jeweils zwei Punkte zu, Tirols Anton Mattle (ÖVP) verliert einen.
Ein Ergebnis mit SPÖ-Bezug
Brisant ist die Umfrage für Ludwig auch wegen der Führungsdebatte in seiner Partei. Der Wiener Bürgermeister gilt als einer der mächtigsten Akteure in der SPÖ und hat sich laut „Kurier“ zuletzt mehrfach mit Gerhard Zeiler getroffen, der Andreas Babler an der Parteispitze ablösen will.
Credits: C.Stadler/Bwag – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=93841266 – mit KI-Erweiterung
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