Kritik am ORF-Sommergespräch: Außenministerin ohne Außenpolitik-Fragen

Kritik am ORF-Sommergespräch: Außenministerin ohne Außenpolitik-Fragen

Das ORF-Sommergespräch mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat für ungewöhnliche Kritik gesorgt – nicht wegen ihrer Antworten, sondern wegen der gestellten Fragen. Kommunikationsberaterin Nina Hoppe bemängelt, dass in dem Gespräch kein einziges außenpolitisches Thema vorkam. Gleichzeitig attackiert die FPÖ die Ministerin für ihre Haltung zu Bauern-Hilfen und Pensionsreform.

Keine einzige außenpolitische Frage

„Da ist Außenministerin Beate Meinl-Reisinger zu Gast und es kommt keine einzige außenpolitische Frage. Nichts. Null. Oder anders gesagt: der isolationistische Zugang der FPÖ wirkt bereits in alle Bereiche“, schreibt Hoppe auf der Plattform X. Tatsächlich stellte ORF-Moderatorin Simone Stribl im Gespräch keine einzige Frage zur Außenpolitik – weder zum Ukraine-Krieg noch zu Gaza, dem Iran, dem österreichischen Verhältnis zu Israel, den USA oder der Europäischen Union.

„Überholtes Format“

Bereits in der Vorwoche hatte Hoppe grundsätzliche Kritik am Format der Sommergespräche geäußert: „Das ORF Sommergespräch ist überholtes Format. Dort muss beinharter Konfrontationsjournalismus hin. Widersprüche aufzeigen, Ideologie herausfordern, Weltbild hinterfragen, staatspolitisches Konzept abfragen. Das fordert unsere Zeit. Sonst wirkt das wie Wohlfühl-Fernsehen“, so die Kommunikationsberaterin ebenfalls auf X.

FPÖ: „Offenbar völlig egal“

Neben der Kritik am fehlenden außenpolitischen Fokus nutzte die FPÖ das Sommergespräch, um Meinl-Reisingers Position zu den ausbleibenden Bauern-Hilfen anzugreifen. „Den NEOS ist es offenbar völlig egal, dass die heimischen bäuerlichen Betriebe aktuell um ihre Existenz bangen und kämpfen. Offenbar ist nach den ganzen Exzessen rund um Geldgeschenke an das Ausland und insbesondere die Ukraine kein Geld mehr für die eigene Bevölkerung da“, erklärte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker in einer Aussendung.

„Kein Koste-es-was-es-wolle“

Auf die Frage der Moderatorin, ob die Regierung nicht Gelder für die Bauern locker machen könne, antwortete Meinl-Reisinger: „Was nicht passieren darf, ist ein Koste-es-was-es-wolle. Das wollen wir nicht.“ Damit bekräftigte sie die Linie ihrer Partei, wonach im Budget kein Spielraum für pauschale Bauern-Hilfen bestehe.

„Verrat am Generationenvertrag“

Noch schärfer reagierte Hafenecker auf Meinl-Reisingers im Sommergespräch dargelegte Pläne, das Pensionsantrittsalter ab 2030 schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. „Da lässt die pinke Systempartei endgültig ihre unsoziale Maske fallen. Wenn das das pinke Verständnis von Wohlstand ist, dann hoffe ich, dass uns dieser erspart bleibt. Zuerst presst man die Bürger mit einer Rekordsteuerlast aus, um Milliarden für die Asylindustrie und das Ausland verprassen zu können, und als Dank stiehlt man ihnen dann auch noch den wohlverdienten Ruhestand. Das ist ein beispielloser Verrat am Generationenvertrag!“, so der FPÖ-Generalsekretär.

Ein Auftritt mit zwei Angriffsflächen

Damit sah sich Meinl-Reisinger nach ihrem Sommergespräch mit Kritik aus zwei völlig unterschiedlichen Richtungen konfrontiert: Während Kommunikationsexpertin Hoppe das Format und die journalistische Fragestellung selbst hinterfragte, konzentrierte sich die FPÖ inhaltlich auf die von der Ministerin verteidigten Positionen zu Bauern-Hilfen und Pensionsreform.

Credits: BKA, Andy Wenzel

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