Korosec in der ZiB2: „Unglaublich ungerecht“ – Seniorenrat attackiert Pensionsbeschluss

Korosec in der ZiB2: „Unglaublich ungerecht“ – Seniorenrat attackiert Pensionsbeschluss

Die Regierung hat entschieden: Pensionen steigen 2027 um 2,95 Prozent – und damit unter der Inflation. Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec (ÖVP) nahm das am Donnerstagabend in der ZiB2 bei Martin Thür auseinander. Ihr Urteil: ein Verstoß gegen das Versicherungsprinzip – und „unglaublich ungerecht.“

Was die Regierung beschlossen hat

Wie oe24.at berichtet, hat die Bundesregierung für 2027 ein gestaffeltes Pensionsanpassungsmodell beschlossen. Mindestpensionen steigen um 3,3 Prozent – entsprechend der aktuellen Inflationsrate. Pensionen bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro werden um 2,95 Prozent erhöht – und damit rund 0,35 Prozentpunkte unter der Inflation. Pensionen oberhalb dieser Grenze erhalten einen monatlichen Fixbetrag von 204,44 Euro statt einer prozentuellen Erhöhung. Laut heute.at sind davon rund 2,1 Millionen Pensionisten betroffen, die keinen vollen Teuerungsausgleich bekommen.

Korosec: „Kein Geschenk – und das Versicherungsprinzip bricht“

Wie oe24.at unter Berufung auf den ZiB2-Auftritt berichtet, gab sich Korosec in der Einschätzung differenziert, in der Kritik aber klar. Positiv wertet sie, dass es diesmal keine harte soziale Staffelung gibt – alle Normalrentner erhalten denselben Prozentsatz. Trotzdem: „Das Pensions-Plus ist kein Geschenk.“ Und weiter: „Man hat acht Jahre das Versicherungsprinzip missachtet – das ist eine große solidarische Leistung, aber irgendwann muss man sagen, es ist auch wieder gut.“ Es sei „ungerecht“, dass die Pensionen jener, die mehr ins System eingezahlt haben, real immer weniger wert seien.

Wie msn.at unter Berufung auf die Kleine Zeitung berichtet, kritisierte Korosec in derselben Sendung auch die Buchführung der Regierung: Es werde der Fehler begangen, „falsch zu verbuchen“ – vieles, was bei den Pensionen mitgezählt werde, habe mit Pensionen eigentlich nichts zu tun. Menschen mit besonders niedrigen Pensionen seien in den letzten Jahren zu Recht stärker gefördert worden: „Aber das ist nicht Pension, das ist Armutsbekämpfung und Sozialleistung.“

Verständnis für Budget – aber Grenze ist erreicht

Wie heute.at festhält, zeigte Korosec Verständnis für die angespannte Budgetlage: „Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass wir in einer schwierigen Situation sind.“ Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die Pensionisten beim letzten Doppelbudget bereits am stärksten aller gesellschaftlichen Gruppen zum Sparen beigetragen hatten. Schon damals wurden laut Österreichischem Seniorenrat zusätzlich die Krankenversicherungsbeiträge von 5,1 auf 6 Prozent erhöht. Korosec hatte daher gemeinsam mit ihrer SPÖ-Kollegin Birgit Gerstorfer (Pensionistenverband) bis zuletzt eine volle Inflationsabgeltung für alle Pensionen gefordert.

Große Reform ja – aber nicht so

Korosec spricht sich zwar grundsätzlich für eine umfassende Pensionsreform aus – aber nicht für das, was derzeit diskutiert wird. Wie msn.at unter Berufung auf die Kleine Zeitung berichtet, erklärte sie: Wenn darüber gesprochen werde, dass man zwei Jahre länger arbeiten soll, „dann halte ich das für völlig falsch.“ Man müsse in die Zukunft denken: „Was ist in zehn Jahren, was ist in 15 Jahren? Wenn ich an die KI denke, wenn ich an die Digitalisierung denke, werden wir eine andere Arbeitswelt haben.“

Credits: APA

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