Kopftuchverbot: Bildungsministerium verschickt Elternbriefe auf Arabisch – ÖVP tobt

Kopftuchverbot: Bildungsministerium verschickt Elternbriefe auf Arabisch – ÖVP tobt

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) informiert Eltern in elf Sprachen über das ab September geltende Kopftuchverbot an Schulen. Die ÖVP ist empört – und spricht von einer „weltfremden Multikulti-Partei.“

Briefe in elf Sprachen – auch auf Arabisch, Somali und Farsi

Wie heute.at und profil.at berichten, verschickt das Bildungsministerium unter Wiederkehr in den kommenden Wochen einen Elternbrief, der Erziehungsberechtigte auf das ab 1. September geltende Kopftuchverbot für unter-14-Jährige vorbereiten soll. Das Schreiben wurde in insgesamt elf Sprachen verfasst: Deutsch, Arabisch, Bosnisch, Dari, Englisch, Farsi, Paschto, Russisch, Somali, Türkisch und Urdu. Der Kern der Botschaft laut profil.at: „Mit dem neuen Schuljahr 2026/27 gilt für alle Schülerinnen unter 14 Jahren ein Gesetz, welches das Tragen von kopfbedeckender Kleidung nach islamischen Traditionen in der Schule nicht erlaubt.“

ÖVP-Wien greift Wiederkehr an

Genau diese mehrsprachige Kommunikation bringt die ÖVP auf die Palme. Wie heute.at berichtet, kritisierte ÖVP-Wien-Klubobmann Harald Zierfuß Bildungsminister Wiederkehr scharf: „Leider beweisen die NEOS wieder, dass sie zu den weltfremden Multikulti-Parteien gehören: NEOS-Wiederkehr schreibt Vätern gezielt auf Farsi, Somali & Co., dass sie ihren Töchtern außerhalb der Schule weiter das Kopftuch aufzwingen können. Klingt nicht nur skurril, es ist einfach vollkommen daneben.“

Was das Gesetz vorsieht – und was droht

Das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren wurde mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, NEOS und FPÖ beschlossen. Wie ORF.at berichtet, läuft derzeit eine „Aufklärungsphase“ an Schulen, die mit Beginn des zweiten Semesters gestartet hat. Ab 1. September gelten harte Sanktionen: Wer sich nicht an das Verbot hält, muss laut ORF.at mit Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro rechnen – nach vorherigen Klärungsgesprächen mit Schule und Schulbehörde.

Wiederkehr selbst bezeichnete das Verbot in der ORF-Pressestunde laut meinbezirk.at als „Schutzmaßnahme für Mädchen“ vor sozialem Druck. Dass das Gesetz hält, ist allerdings nicht garantiert: Wie ORF.at unter Berufung auf Juristen festhält, unterscheidet es sich möglicherweise nicht ausreichend von jenem Gesetz, das der Verfassungsgerichtshof 2020 bereits gekippt hatte.

Credits: APA

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