KOLUMNE: Schellhorns Bürokratie-Website: Ein Symbol der Ideenlosigkeit

KOLUMNE: Schellhorns Bürokratie-Website: Ein Symbol der Ideenlosigkeit

Eine neue Plattform zur Entbürokratisierung – das klingt erstmal nach einem mutigen Schritt. Bürger sollen Vorschläge einreichen, wie man den Verwaltungsapparat entschlacken und die Bürokratie bändigen kann. Doch bei genauerem Hinsehen wirkt das Ganze weniger wie ein kühner Plan und mehr wie ein verzweifelter Versuch, die eigene Ratlosigkeit zu kaschieren. Willkommen in der Welt der politischen Nebelkerzen.

Monatelang wurde eine „Entbürokratisierungs-Offensive“ angekündigt, die große Erwartungen schürte. Man hatte Bilder im Kopf von mutigen Reformen, von einem entschlossenen Durchforsten des Vorschriften-Dschungels. Stattdessen präsentiert man eine Website, die Bürger um Ideen bittet. Eine Website! Das ist, als würde ein Kapitän auf hoher See die Passagiere fragen, wie man das Schiff steuert. Es ist nicht nur enttäuschend, es ist entwaffnend ehrlich: „Wir haben keine Ahnung, wie wir das Problem lösen sollen.“

Natürlich, Bürgerbeteiligung klingt immer gut. Es hat etwas von Demokratie in Reinform, von Mitbestimmung und Transparenz. Aber eine Plattform, die Vorschläge sammelt, ist kein Ersatz für politische Führung. Ohne einen klaren Plan, wie diese Ideen geprüft, priorisiert und umgesetzt werden sollen, bleibt das Ganze ein hübsch verpacktes Nichts. Ein digitaler Briefkasten, der mehr Fragen aufwirft, als er Antworten liefert.

Und währenddessen? Währenddessen ächzen Bürger und Unternehmen unter einem Regelwerk, das so undurchdringlich ist wie ein Urwald bei Nacht. Die Menschen erwarten keine Website, sie erwarten Ergebnisse. Sie wollen keine Einladung zum Mitdenken, sie wollen, dass endlich jemand handelt. Doch stattdessen wird die Verantwortung elegant an die Bevölkerung weitergereicht – ein politischer Trick, der so alt ist wie die Bürokratie selbst.

Man könnte fast meinen, die Plattform sei weniger ein Werkzeug zur Problemlösung und mehr ein Symbol für die Ideenlosigkeit der Regierung. Ein Feigenblatt, das die eigene Handlungsunfähigkeit verdecken soll. Denn während die Menschen unter Rekord-Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit leiden, wirkt eine Website, die um Vorschläge bittet, wie ein Tropfen auf den heißen Stein – oder wie ein Versuch, noch mehr Zeit zu schinden.

Credits: APA

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