28.000 Menschen auf der Straße, Rektoren im Aufstand – und mittendrin zwei SPÖ-Minister, die von der eigenen Partei unter Beschuss genommen werden. Der Uni-Budgetstreit ist längst kein Bildungsthema mehr.
Länderorganisationen laufen Sturm
Wie exxpress unter Berufung auf Parteiinsider berichtete, laufen die roten Länderorganisationen in Wien, Graz, Linz und Innsbruck Sturm gegen die Sparpläne von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner und Finanzminister Markus Marterbauer – beide SPÖ. „Die Wiener Roten sind Sturm gelaufen, das schadet ja auch ihnen“, wird ein Parteiinsider zitiert. Ausgerechnet in Universitätsstädten – dem ureigenen roten Terrain – bröckelt die Einheit. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) mahnte laut sn.at öffentlich: „Wer heute bei Universitäten kürzt, spart bei Ärzten, Lehrern und Technikern von morgen.“
„Dann soll sie sich nicht ins Studio setzen“
Wie exxpress berichtete, habe ein „sehr schwacher ZiB2-Auftritt“ von Holzleitner die Lage weiter eskalieren lassen. „Sie hat auf nichts eine klare Antwort gehabt. Dann soll sie sich nicht in ein Studio setzen“, so ein Parteifreund unverblümt. Die Ministerin versucht die Debatte auf Herbst zu vertagen – wie ORF.at berichtete, sollen die endgültigen Uni-Budgetzahlen erst nach einer Regierungsklausur im Herbst feststehen.
„Wir sparen uns zu Tode“
Noch schärfer trifft es Finanzminister Marterbauer. Wie exxpress berichtete, erklärte ein hochrangiger Sozialdemokrat: „Wir sparen uns noch zu Tode. Es ist völlig unverständlich, wie Marterbauer da agiert.“
28.000 auf der Straße
Der Parteikonflikt fällt in eine Woche des öffentlichen Drucks. Wie die MedUni Wien unter Berufung auf APA berichtete, folgten am Mittwoch laut ÖH-Schätzungen rund 28.000 Menschen einem Protestmarsch durch die Wiener Innenstadt – vom Universitätsring bis vor das Bundeskanzleramt. Wie 5min.at berichtete, fanden am Donnerstag weitere Kundgebungen in Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt statt.
Was auf dem Spiel steht
Wie ORF.at berichtete, muss das Wissenschaftsministerium 2028 insgesamt 190 Millionen Euro einsparen. Zusätzlich sollen die Medizinunis künftig die Gehälter der Ärzte an den Unikliniken selbst tragen. Uniko-Präsidentin Brigitte Hütter warnte, alles unter 18 Milliarden Euro für die Periode 2028 bis 2030 bedeute „gravierende Einschnitte.“ Wie die Universität Wien festhielt, drohen bis zu 10.000 Stellenstreichungen – ein Fünftel des gesamten Hochschulpersonals österreichweit. Wie exxpress festhielt, galten Wissenschaft und Universitäten bisher als eine der letzten Kernkompetenzen der SPÖ – mit dem aktuellen Kurs ist auch dieses Erbe in Gefahr.
Credits: APA
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