Die Grippesaison steht vor der Tür – und das Gesundheitsministerium wirbt für die Influenza-Impfung erneut mit KI-generierten Werbesujets aus dem Vorjahr. Bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten präsentierten Gesundheitsministerin Korinna Schumann und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (beide SPÖ) am Freitag den aktuellen Stand der Impfangebote.
„Gesundheit darf keine Frage des Geldbörsels sein“
Das kostenlose Impfangebot in Österreich werde insgesamt gut angenommen, betonten Schumann und Königsberger-Ludwig übereinstimmend. „Gesundheit darf keine Frage des Geldbörsels sein“, so Schumann. Königsberger-Ludwig ergänzte: „Vorsorge und Prävention darf keineswegs vom Geld abhängen.“ Prävention sei zudem für das gesamte Gesundheitssystem günstiger und entlaste dieses langfristig.
Engpässe bei der Gürtelrose-Impfung
Weniger reibungslos läuft es aktuell beim Impfschutz gegen Gürtelrose: Die hohe Nachfrage führt derzeit zu längeren Wartezeiten für die notwendige zweite Impfdosis, die eigentlich innerhalb von sechs Monaten verabreicht werden sollte. Von rund 900.000 beschafften Dosen wurden bis Ende August bereits 647.400 Impfungen im e-Impfpass registriert. Eine Expertin des Gesundheitsministeriums gab jedoch Entwarnung: Die zweite Dosis könne auch bis zu zwei Jahre später verabreicht werden, ohne dass die gesamte Impfserie neu begonnen werden müsse.
Ärztekammer kritisiert Lieferengpässe
Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, machte auf die praktische Belastung für die Ordinationen aufmerksam: Es sei problematisch, wenn Impfstoff für 40 Patienten bestellt werde, am Ende aber nur Mengen für 20 Personen tatsächlich geliefert würden. Zusätzlich forderte er eine Ausweitung der kostenlosen Impfangebote auf RSV-Impfungen für Erwachsene. Impfungen in Apotheken lehnt Steinhart weiterhin ab.
Beschaffung „auf einem Weltmarkt“
Gerhard Zotter von der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) verwies zur Erklärung der Lieferengpässe darauf, dass man sich bei der Beschaffung „auf einem Weltmarkt“ bewege. Man sei aber bemüht, weitere Chargen möglichst rasch verfügbar zu machen.
Sozialversicherung sieht Entlastungseffekt
Peter McDonald, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, der per Video aus Alpbach zugeschaltet war, begrüßte die Kostenbefreiung bei den Impfungen ausdrücklich. Er verwies darauf, dass etwa die Gürtelrose-Impfung zuvor rund 500 Euro gekostet habe. Durch den niederschwelligen, kostenlosen Zugang werde das Gesundheitssystem insgesamt entlastet.
Eine Kampagne mit zwei Geschwindigkeiten
Während die Grippe-Impfkampagne mit den bewährten KI-Sujets unverändert weiterläuft, zeigt sich bei der noch vergleichsweise neuen Gürtelrose-Impfung, wie schnell hohe Nachfrage zu spürbaren Lieferengpässen führen kann. Ob sich diese bis zum eigentlichen Start der Grippesaison im Herbst auflösen lassen, bleibt abzuwarten.
Credits: BKA/Regina Aigner
Neueste Kommentare