Eine Volksschule im beschaulichen Absdorf in Niederösterreich wird zum Schauplatz einer hitzigen Debatte, die das ganze Land bewegt. Wie oe24.at berichtet, stehen Eltern bei der Anmeldung für die Schulanfänger plötzlich vor einer unerwarteten Wahl: Sie können zwischen sechs verschiedenen Geschlechtsoptionen für ihr Kind entscheiden. Was als Geste der Inklusion gedacht war, sorgt jetzt für massive Kritik, ungläubiges Kopfschütteln bei Eltern und einen politischen Aufschrei, angeführt von der FPÖ.
Mehr Optionen als bei einem Multiple-Choice-Test
Das Anmeldeformular der Volksschule Absdorf hat es in sich. Neben den bekannten Optionen „männlich“ und „weiblich“ sind laut heute.at auch „divers“, „inter“, „offen“ oder „keine Angabe“ möglich. Diese Vielfalt sorgt besonders bei Eltern für Fassungslosigkeit. Wie heute.at berichtet, äußerte ein Vater verärgert: „Das sind ja mehr als bei jedem Multiple-Choice-Test.“ Viele Eltern befürchten laut ots.at, dass Kinder im Volksschulalter mit zu komplexen Identitätsfragen konfrontiert werden. Der FPÖ-Gemeinderat aus Absdorf, Daniel Hollensteiner, bestätigte in einer OTS-Aussendung, dass sich zahlreiche Eltern fassungslos und „absurd sowie irre“ an ihn gewandt hätten.
FPÖ tobt und spricht von „Gender-Irrsinn“
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Vor allem die FPÖ Niederösterreich läuft Sturm gegen die neue Regelung. Der niederösterreichische FPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Udo Landbauer fand – wie oe24.at ausführlich zitiert – klare Worte:
„Die Zukunft unserer Familien und unserer Heimat Niederösterreich basiert auf zwei und mit Sicherheit nicht auf sechs Geschlechtern.“
Landbauer warf einer „lauten, woken Minderheit“ vor, ihre Ideologie durchzusetzen. Gegenüber heute.at forderte er ein sofortiges Ende des „Gender-Irrsinns“ und erklärte weiter:
„Lasst endlich unsere Kinder mit dem Gender-Irrsinn in Ruhe, ein Volksschulkind soll Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, aber nicht mit Fantasie-Geschlechtern belästigt werden.“
Bildungsdirektion soll einschreiten
Wie ots.at in einer Presseaussendung dokumentiert, kritisierte auch der FPÖ-Bezirksparteiobmann von Tulln, Andreas Bors, das Vorgehen scharf. Die Vorgänge an der Schule seien laut Bors „ein alarmierendes Beispiel dafür, wie ideologische Experimente mittlerweile ungefiltert an unsere Kinder herangetragen werden“. Er fordert, so ots.at, die Bildungsdirektion zum Einschreiten auf: „diesen Missstand unverzüglich abzustellen und dafür zu sorgen, dass an unseren Schulen wieder Normalität einkehrt“. Laut ots.at bezeichnete Bors die Volksschulen zudem als „keine Versuchslabore für Gender-Ideologie“.
Die Debatte um das Formular in Absdorf zeigt, wie tief die Gräben in der Gesellschaft beim Thema Gender sind. Während die Schule wohl ein Zeichen für Vielfalt setzen wollte, fühlen sich viele Eltern und Politiker vor den Kopf gestoßen und sehen laut heute.at und ots.at das Wohl der Kinder gefährdet. Die Diskussion darüber, was in Schulen gelehrt und abgefragt werden soll, erreicht damit einen neuen, hochemotionalen Höhepunkt.
Quelle: oe24.at, heute.at ots.at
Credits: APA
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