Nochmals deutlich verschlechtert haben sich die Beliebtheitswerte der Bundesregierung: 55 % der Österreicher sind bereits mit der schwarz-rot-pinken Koalition unzufrieden, im März waren es 44 %. Interessant: Auch 28 % der ÖVP-Wähler sind nicht zufrieden.
27 Prozent sind wenig und 28 Prozent der befragten Österreicher sind gar nicht mehr zufrieden – dieses äußerst schlechte Ergebnis für die Koalition lieferten nun die Demoskopen von Unique Research im Auftrag der Tageszeitung Heute. Das ist eine Verschlechterung um 11 Prozentpunkte im Vergleich zur Umfrage vom März.
Es ist ja auch einiges passiert in diesem Zeitintervall: Die Österreicher erfuhren, dass die Regierung bei ihrer Budgetplanung nun von Brüssel besachwaltet wird, dass die Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten erhöht werden und die Familien die Inflationsabgeltung bei dringend benötigten Unterstützungszahlungen verlieren.
Außerdem sorgte der Zwergen-Regierungspartner NEOS mit Skandalen dafür, dass das Image der Dreierkoalition nicht besser wurde: So wird Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) 20 Millionen Euro ausgeben, damit sich Österreich mit Promi-Einladungen und festlichen Empfängen für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat bewirbt.
Ministerin bestellt trotz Sparbefehl 12 Jets um 1,1 Milliarden Euro
Zeitgleich wurde bekannt, dass Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in der aktuellen Phase von „Jetzt müssen alle sparen“ 12 Unterschall-Kampf- und Trainingsjets um 1,1 Milliarden Euro bestellt. Dass unser Nachbarland Ungarn eben auch 12 dieser Unterschall-Kampf- und Trainingsjets aktuell um nur 240 Millionen Euro (also um 860 Millionen Euro günstiger) gekauft hat, wird vom Verteidigungsministerium als „lächerliches Argument von Laien“ beurteilt – Österreich will eben „die besten Maschinen kaufen, nicht die günstigsten“.
Und zusätzlich sorgt auch der Deregulierungs-Staatssekretär, der sich eben seinen Dienstwagen upgraden ließ, für Kopfschütteln: Sepp Schellhorn (NEOS), der in der Verwaltung sparen sollte, will sein Büro mit weiteren acht Mitarbeitern vergrößern – die neuen Deregulierer erhalten dafür auch einen Fitnesscenter-Vertrag auf Kosten der Steuerzahler.
Derzeit tagt die nicht wirklich von allen geschätzte Regierungsspitze mit den Landeshauptleuten in einem 5-Sterne-Luxury-Ressort im Bundesland Salzburg, das Hotel in Leogang hat einen 50 Meter langen Infinity-Pool und eine Wellness-Oase, das Zimmer kostet um die 600 Euro pro Nacht. Diese nicht wirklich vorhandene Sensibilität, was in Zeiten des Sparens geht und was nicht, könnte dann vielleicht den Ausgang der nächsten Umfrage-Serie beeinflussen.
Credit: APA
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