Erstmals Oreschnik nahe Kiew: Russland schlägt mit Massenangriff zurück

Erstmals Oreschnik nahe Kiew: Russland schlägt mit Massenangriff zurück

In der Nacht auf Pfingstsonntag hat Russland die Ukraine mit einem der schwersten Luftangriffe seit Monaten überzogen – 600 Drohnen, 90 Raketen, Marschflugkörper. Und erstmals: die gefürchtete Oreschnik-Rakete nahe der Hauptstadt. Vier Menschen starben, 56 wurden verletzt.

600 Drohnen, 90 Raketen – Kiew als Hauptziel

Wie Euronews unter Berufung auf die ukrainische Flugabwehr berichtet, umfasste der Angriff in der Nacht auf Sonntag insgesamt 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörper. Kiew war das Hauptziel. Wie t-online.de berichtet, stieg die Opferzahl im Laufe des Morgens auf vier Tote – zwei direkt in Kiew, zwei weitere in der umliegenden Region. 56 Menschen wurden verletzt, 30 davon mussten ins Krankenhaus.

Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte laut t-online.de, dass eine Rakete ein Wohnhaus traf. Eine Wasserversorgungsanlage wurde beschädigt, ein Markt brannte nieder, Dutzende Wohnhäuser und mehrere nicht-militärische Gebäude wurden getroffen. Auch das ARD-Studio in Kiew wurde laut WDR-Mitteilung massiv beschädigt – Wände stürzten ein, Fenster gingen kaputt, Technik wurde zerstört. Mitarbeiter befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Gebäude.

Erstmals Oreschnik nahe Kiew – gegen Bila Zerkwa

Der militärisch bedeutendste Aspekt des Angriffs: Wie Selenskyj in einer Videobotschaft bestätigte und Russlands Verteidigungsministerium laut Euronews via Interfax ebenfalls einräumte, wurde erstmals die ballistische Mittelstreckenrakete Oreschnik nahe Kiew eingesetzt. Putin habe sie auf Bila Zerkwa abgefeuert – eine Großstadt rund 80 Kilometer südwestlich der Hauptstadt, wie 20min.ch berichtet.

Wie t-online.de festhält, wurde die Oreschnik erstmals im November 2024 gegen die ukrainische Industriestadt Dnipro eingesetzt – damals noch ohne konventionelle Sprengköpfe. Die Rakete erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 12.000 km/h, trägt bis zu sechs Sprengköpfe und gilt laut Putin als von westlichen Abwehrsystemen nicht abfangbar. Russland begründete den Einsatz laut t-online.de als Reaktion auf „terroristische Angriffe“ der Ukraine auf russische Ziele.

Selenskyj fordert Konsequenzen des Westens

Selenskyj wandte sich auf Telegram direkt an die Verbündeten: „Es braucht Entscheidungen der Vereinigten Staaten, Europas und anderer Partner, damit dieser alte ‚Oreschnik‘ in Moskau endlich das Wort ‚Frieden‘ ausspricht.“ Wie 20min.ch berichtet, bezeichnete er Kiew als „Hauptziel“ des Angriffs und stellte fest, dass nicht alle ballistischen Raketen abgefangen werden konnten.

Credits: APA

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