Kiew/Moskau – Inmitten der andauernden, brutalen Kämpfe gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer im Ukraine-Krieg: Der seit Monaten ins Stocken geratene Austausch von Kriegsgefangenen soll wieder aufgenommen werden. Ganze 1.200 ukrainische Soldaten könnten noch vor den Weihnachtsfeiertagen aus russischer Gefangenschaft heimkehren.
Rückkehr zu den Istanbuler Vereinbarungen
Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow verkündete die spektakuläre Wende. Laut Berichten von Die Zeit führte er auf Anweisung von Präsident Wolodymyr Selenskyj entscheidende Gespräche mit Vermittlern in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Ergebnis: Man einigte sich darauf, zu den sogenannten Istanbuler Vereinbarungen zurückzukehren. Diese Abmachungen, die bereits in der Vergangenheit den Weg für Gefangenenaustausche geebnet hatten, werden nun reaktiviert.
Wie BRF berichtet, sollen die 1.200 ukrainischen Soldaten noch vor Weihnachten und Neujahr nach Hause kommen dürfen. Eine Nachricht, die bei tausenden Familien für eine Mischung aus Hoffnung und Anspannung sorgt.
Blitz-Verhandlungen in Istanbul
Die Verhandlungen selbst verliefen im Eiltempo. ZDFheute meldet, dass das Treffen der Unterhändler in Istanbul nach weniger als einer Stunde beendet war. Dabei wurde nicht nur die Freilassung der ukrainischen Soldaten beschlossen, sondern der Austausch von jeweils 1.200 Gefangenen auf beiden Seiten. Ein seltener Moment der Einigung in einem ansonsten festgefahrenen Konflikt.
Kaum Hoffnung auf echten Frieden
Trotz dieses diplomatischen Erfolgs warnen Experten vor übertriebenem Optimismus. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, sind die Erwartungen an eine umfassende Friedenslösung weiterhin verschwindend gering. Die Positionen beider Kriegsparteien liegen nach wie vor meilenweit auseinander. Währenddessen geht die Gewalt an der Front unvermindert weiter. So meldete oe24, dass Russland in der Nacht 57 ukrainische Drohnen zerstört haben will, während die Ukraine Hunderte russische Angriffe beklagt, bei denen auch Zivilisten getötet wurden.
Credits: APA
Neueste Kommentare