Die „Times“ meint: Putins Tochter arbeitet in Anti-Kriegs-Gallerie in Paris

Die „Times“ meint: Putins Tochter arbeitet in Anti-Kriegs-Gallerie in Paris

Eine neue Enthüllung der britischen „Times“ ist nicht wirklich angenehm für Russlands Präsident Wladimir Putin: Seine mutmaßliche uneheliche Tochter, Elizaveta Krivonogikh, wurde in Paris bei der Arbeit für zwei Kunstgalerien mit klarer Anti-Kriegs-Haltung entdeckt.

Elizaveta Krivonogikh soll in Paris für Kunstgalerien mit klarer Anti-Kriegs-Haltung arbeiten: Die Galerien zeigen Werke von russischen und ukrainischen Künstlern, die sich offen gegen den Krieg in der Ukraine positionieren – ein Affront gegen den Kreml inmitten internationaler Spannungen.

Die Entdeckung stammt von der exilierten russischen Schriftstellerin und Künstlerin Nastya Rodionova, die seit 2022 in Frankreich lebt. Auf ihrer Facebook-Seite schilderte sie, wie sie zunächst ein Gerücht hörte, das sie weiter verfolgte: „Liza arbeitet im Studio Albatros und in der L Galerie – beides Orte, an denen Anti-Kriegs-Kunst ausgestellt wird.“

Verbindung zum Kreml bestätigt

Bei der jungen Frau handelt es sich laut Rodionova um Elizaveta „Liza“ Krivonogikh, Tochter von Svetlana Aleksandrowna Krivonogikh. Diese Russin hätte laut zahlreichen investigativen Recherchen enge Beziehungen zu Putin gehabt. Die Investigativplattform Proekt.media bezeichnet Elizaveta gar als Putins uneheliche Tochter – und das berichtet nun auch die britische „Times“ sowie der britische „Express“.

Rodionova betont in ihrem Posting zwar die Unschuldsvermutung und erklärt, dass „Kinder nicht für die Verbrechen ihrer Eltern verantwortlich seien“. Gleichzeitig sei jedoch ein Zusammentreffen von Regime-Profiteuren und dessen Opfern speziell im Kontext eines Angriffskrieges „nicht hinnehmbar“.

Ausbildung in Paris

Krivonogikh soll im Jahr 2024 ihren Abschluss an der Pariser Hochschule ICART (Institut Supérieur des Carrières Artistiques) im Bereich Kunst- und Kulturmanagement gemacht haben. Die familiären Hintergründe geben jedoch Anlass zur Kritik: Ihre Mutter, früher Reinigungskraft in St. Petersburg, erlangte nach Elizavetas Geburt im Jahr 2003 plötzlich Zugriff auf bedeutende Unternehmensbeteiligungen – unter anderem an der Bank Rossija, die von den USA als „Putins Privatkasse“ eingestuft wird.

Laut den Recherchen von Proekt.media beläuft sich das Vermögen der Familie Krivonogikh auf 7,7 Milliarden Rubel – umgerechnet etwa 88 Millionen Euro (Stand 2020). Sie besitzt Luxusimmobilien in Moskau und St. Petersburg und ist Teil jenes inneren Kreises, der vom politischen System Putins in besonderem Maße profitiert hat.

Dass ausgerechnet ein Mitglied dieser Familie nun in künstlerischen Räumen arbeitet, die sich offen gegen Putins Kriegspolitik richten, hat doch eine gewisse Brisanz – nicht nur wegen der Symbolik, sondern auch wegen der Empfindlichkeit des Kremls gegenüber familiären Enthüllungen.

Ob Elizaveta Krivonogikh ihre Rolle bewusst gewählt hat oder sich von ihrer Herkunft distanzieren möchte, ist bislang unklar. Öffentlich geäußert hat sie sich zu ihrer Identität und ihrer Tätigkeit bislang nicht.

Credits: Screenshot X, APA

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