Das politische Drama in Spittal an der Drau geht in die nächste wilde Runde. Wer dachte, der bittere Streit zwischen Bürgermeister Gerhard Köfer und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) sei vorbei, hat sich getäuscht. Eine scheinbar friedliche Einigung hat sich in Luft aufgelöst, und beide Seiten rüsten sich nun für einen neuen Rechtsstreit.
Eine Gewerkschaftswahl gerät außer Kontrolle
Das ganze Chaos begann Ende 2025 wegen einer lokalen Gewerkschaftswahl. Wie der ORF berichtet, warf der ÖGB Köfer vor, sich unzulässig eingemischt zu haben. Er habe Wählerverzeichnisse an sich genommen und Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt. Für die Gewerkschaft war das ein schwerer Angriff auf demokratische Spielregeln.
Köfer schoss schnell mit eigenen, schweren Vorwürfen zurück. Er behauptete, die Wahl sei ein völliger Witz gewesen. Wie das Gailtal Journal berichtet, wies der Bürgermeister darauf hin, dass die Stimmabgabe in einem Pausenraum direkt neben einem laufenden Seminar stattfand. Die Wähler mussten ihre Zettel nur wenige Schritte von anderen Personen entfernt einwerfen, was das geheime Wahlrecht völlig ruinierte. Zudem warf Köfer den Gewerkschaftern vor, städtische Mitarbeiter mit dem falschen Versprechen in die Mitgliedschaft gelockt zu haben, man würde ihnen die teure Dienstprüfung bezahlen.
Der 18.000-Euro-Deal
Für einen kurzen Moment sah es so aus, als hätte sich der Staub gelegt. Wie die Kleine Zeitung berichtet, arbeiteten beide Seiten einen Vergleich aus. Unter dieser Vereinbarung hätte der ÖGB alle Vorwürfe gegen Köfer zurückgezogen, zugegeben, dass er nichts falsch gemacht hat, und sogar 18.000 Euro für die Anwaltskosten bezahlt.
Köfers Anwalt teilte diesen Sieg sofort freudig mit der Öffentlichkeit und behauptete, der Bürgermeister sei von allen Vorwürfen komplett reingewaschen. Doch die Feierlaune hielt nicht lange an.
Der Deal fällt ins Wasser
Die Gewerkschaftsbosse in Wien waren alles andere als glücklich über diesen Vorstoß. Wie oe24.at berichtet, hat der ÖGB den Vergleich diese Woche offiziell widerrufen. Die Gewerkschafter erklärten, der Deal sei nur bedingt gewesen und von ihren internen Gremien noch gar nicht abgesegnet worden.
Der ÖGB war wütend darüber, dass Köfers Team den noch nicht unterschriebenen Deal an die Presse durchsickern ließ. Sie nannten es eine gezielte Medienkampagne, die nur darauf abziele, den Ruf der Gewerkschaft zu ruinieren. Wie der ORF berichtet, bezeichnete ÖGB-Anwalt Michael Pilz die Weitergabe des Dokuments als schweren Vertrauensbruch, der jede Chance auf eine ruhige, freundschaftliche Lösung endgültig zunichtegemacht habe.
Vorerst geht der juristische Kampf also weiter. Köfer bleibt hart, und die Gewerkschaft weigert sich nachzugeben. Man darf gespannt sein, wer diesen erbitterten Showdown im Rathaus am Ende gewinnt.
Quellen: oe24.at, ORF, Kleine Zeitung, Gailtal Journal
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