Burgtheater: Plus-Size-Sisi zieht totem Pferd Geld aus dem Po

Burgtheater: Plus-Size-Sisi zieht totem Pferd Geld aus dem Po

Elisabeth – die von der Filmindustrie verkitschte „Sisi“ – schaut im Burgtheater nun zurück auf ihr Leben und das, was seither passiert ist: Der Abend ist auch Geschichtestunde, angefangen mit dem Revolutionsjahr 1848, der Niederschlagung auch der Arbeiterinnendemonstration, der Frauenrechtlerin Karoline von Perin und der systemerhaltenden Bedeutung des Körpers von Elisabeth, die als 16-jährige Aristokratin zur Stabilisierung des Habsburger-Reichs zur Gattin des Kaisers wird.

„Die Regie kontextualisiert historisch, mit genauem Blick auf Frauengeschichte und Unterdrückungsgeschichte, sie holt Elisabeth aus der Vereinzelung und zeigt die systemischen Anteile an ihrer Biografie auf“, schreibt orf.at über das neue Stück am Burgtheater, bei dem die „neue Sisi“ auch Geldscheine aus dem Popsch eines toten (Stoff-) Pferdes holt und in die Luft wirft.

Und die APA schreibt dazu: „,Elisabeth!‘ ist die vielschichtige Demontage eines in die Jahre gekommenen Fremdbildes, eine sich kein Blatt vor den Mund nehmende Anklage an Verklärung und Vereinnahmung und schließlich ein Spiegel des zeitgenössischen Umgangs mit Frauen, die es aus ihrem Korsett nur modisch herausgeschafft zu haben scheinen. „Ihr seid so sehr daran gewöhnt, mich anzuschauen“, heißt es gegen Ende. Und: „Heute schaue ich zurück.“

Das Publikum hat hingeschaut und war begeistert. Minutenlanger, heftiger Applaus mit Standing Ovations – besonders für die großartige Schauspielerin Stefanie Reinsperger.

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