Die Bildungskarenz, einst ein beliebtes Modell zur beruflichen Weiterbildung, hat Österreich 2025 ein teures Abschiedsgeschenk hinterlassen. Die Kosten explodierten im letzten Jahr der Förderung auf satte 376,3 Millionen Euro – ganze 102 Millionen Euro mehr als ursprünglich budgetiert. Der Grund? Ein regelrechter Run auf die Maßnahme, bevor sie am 31. März 2025 endgültig abgeschafft wurde.
Ein letztes Hurra vor dem Aus
Laut dem Arbeitsministerium nutzten viele die Übergangsphase, um noch schnell Anträge einzureichen. „Die breite öffentliche Diskussion über die Abschaffung hat sicherlich zu vorgezogenen Abschlüssen geführt“, erklärte das Ministerium gegenüber der APA. AMS-Vorstand Johannes Kopf bestätigte im Ö1-Mittagsjournal: „Viele wollten das attraktive Modell noch nutzen, bevor es zu spät ist.“
Weniger Bezieher, aber hohe Kosten
Interessanterweise sank die Zahl der Bezieher trotz der Budgetüberschreitung. Während 2024 noch 65.149 Personen Weiterbildungsgeld oder Bildungsteilzeitgeld bezogen, waren es 2025 nur noch 45.942. Dennoch blieben die Kosten hoch, da viele die Maßnahme intensiver nutzten.
Das Ende der Bildungskarenz
Die Regierung begründete das Aus mit der angespannten Budgetsituation und der Kritik, dass die Bildungskarenz oft zweckentfremdet wurde. Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) erklärte, das Modell sei „nicht mehr zeitgemäß“ gewesen. Stattdessen startet 2026 die „Weiterbildungszeit“, ein Nachfolgemodell mit strengeren Kriterien und weniger Budget.
Was bringt die Weiterbildungszeit?
Ab 8. Juni 2026 können Anträge für die neue Förderung gestellt werden. Doch die Hürden sind hoch: Mindestens 12 Monate Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber, 20 Wochenstunden Weiterbildung und ein klarer arbeitsmarktpolitischer Nutzen sind Pflicht. Zudem müssen Unternehmen bei höheren Gehältern 15 Prozent der Kosten übernehmen, wie die Arbeiterkammer berichtet.
Kritik an der neuen Regelung
Die Grünen sehen sich in ihrer Kritik bestätigt. „Die Regierung hat behauptet, dass die Abschaffung Einsparungen bringen würde. Wir haben das bezweifelt – und leider recht behalten“, so Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, gegenüber der APA.
Quellen: oe24.at, orf.at, meinbezirk.at, parlament.gv.at, arbeiterkammer.at
Credits: APA
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