Im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beschaffung von Waffen für die Terrororganisation Hamas gehen die deutschen Ermittler davon aus, dass die Gruppe einen konkreten Anschlag in Europa verfolgte.
Das Bekennervideo als Beweisstück
Wie oe24 berichtet, sagte Generalbundesanwalt Jens Rommel beim Jahrespressegespräch seiner Behörde in Karlsruhe: „Bei einem der Beschuldigten wurde ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt.“ Wie auch die Rhein-Neckar-Zeitung unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur schildert, sei in dem Video ein Anschlag um den zweiten Jahrestag des Überfalls der Hamas auf Israel angekündigt worden – also um den 7. Oktober 2025 herum.
Neun Festnahmen seit Herbst
Seit Herbst letzten Jahres ließ die Bundesanwaltschaft laut oe24 insgesamt neun mutmaßliche Anhänger der Hamas festnehmen. Die Behörde wirft ihnen vor, spätestens seit Sommer 2025 in den Transport und die Lagerung von Waffen und Munition für die Vereinigung involviert gewesen zu sein. Wie t-online ergänzt, fanden die ersten drei Festnahmen in dem Komplex bereits am 1. Oktober 2025 statt – nur wenige Tage vor dem Jahrestag des Hamas-Überfalls.
Verbindung nach Österreich
Die Spur des Waffenkomplexes reicht laut oe24 auch nach Österreich: Waffen sollen demnach auch für den Transport nach Österreich bestimmt gewesen sein. In Wien wurde im November vergangenen Jahres ein Waffenversteck einer weltweit agierenden terroristischen Organisation mit Nähe zu Hamas ausgehoben, wie oe24 berichtet.
Wer die Bundesanwaltschaft ist
Die Bundesanwaltschaft ist als oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde vor allem für die Bereiche Terrorismus, Spionage und Völkerstrafrecht zuständig, wie t-online erläutert. Generalbundesanwalt Rommel steht demnach seit März 2024 an der Spitze der Karlsruher Behörde.
Einordnung der Redaktion
Die Aussagen Rommels heben den Fall über eine reine Festnahmemeldung hinaus: Ein vorgefertigtes Bekennervideo deutet auf eine fortgeschrittene Planungsphase hin, nicht auf vage Absichtserklärungen. Bemerkenswert ist auch der zeitliche Bezug zum Jahrestag des 7. Oktober – ein Datum, das für die Hamas symbolisch aufgeladen ist und das auch europäische Sicherheitsbehörden seit Monaten als besonders sensibel einstufen. Dass die Ermittlungen zudem eine Verbindung nach Österreich aufweisen, unterstreicht, dass solche Netzwerke nicht an Landesgrenzen haltmachen. Offen bleibt, wie konkret der geplante Anschlagsort tatsächlich war und ob über die bereits bekannten neun Festnahmen hinaus mit weiteren Schritten der Ermittler zu rechnen ist.
Credits: Von Hoheit (¿!) – Übertragen aus de.wikipedia nach Commons durch Ervaude mithilfe des CommonsHelper.Own work (Originaltext: selbst photographiert), CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5638738
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