Bablers Ministerium: 129.000 Euro für externe Berater in drei Monaten – ohne Ausschreibung

Bablers Ministerium: 129.000 Euro für externe Berater in drei Monaten – ohne Ausschreibung

Mitten in Spardebatten und Budgetlöchern werden im Vizekanzleramt Hunderttausende Euro für externe Experten ausgegeben. Nun liegen die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor.

FPÖ-Anfrage bringt Zahlen ans Licht

Wie heute.at berichtete, hat FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz über eine parlamentarische Serienanfrage die Ausgaben aller Bundesministerien für externe Verträge unter die Lupe genommen. Die Antwort aus dem von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) geführten Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport liegt nun vor: Von Jänner bis März 2026 flossen 128.976 Euro an externe Auftragnehmer – sämtliche Verträge wurden ohne Ausschreibung vergeben.

Größter Posten: Belvedere-Chefsuche

Wie heute.at berichtete, war der dickste Einzelposten die Begleitung des Auswahlverfahrens für die wissenschaftliche und wirtschaftliche Geschäftsführung der Österreichischen Galerie Belvedere – dieser Auftrag kostete über 58.000 Euro. Für die Neubesetzungen im Museum Moderner Kunst (MUMOK) und im Museum für Angewandte Kunst (MAK) flossen jeweils knapp 20.000 Euro an dieselbe Personalagentur.

Bablers Begründung: Fehlende Eigenexpertise

Vizekanzler Babler verteidigte die Ausgaben in seiner Anfragebeantwortung. Wie heute.at berichtete, begründete er die Beauftragung externer Experten damit, dass es „mangels vorhandener Eigenexpertise notwendig“ sein könne, auf Außenstehende zurückzugreifen. Außerdem sei es zur bestmöglichen Bearbeitung von Aufgaben in bestimmten Bereichen sinnvoll, Themen auch „aus dem Blickwinkel von Außenstehenden oder Betroffenen beleuchten zu lassen.“

FPÖ: „Moralisch rücktrittsreif“

Für die FPÖ ist das keine ausreichende Erklärung. Wie heute.at berichtete, reagierte Schnedlitz mit scharfer Kritik: „Wer von den Pensionisten, Familien und Arbeitern nimmt und gleichzeitig das Geld für Berater hinauswirft, ist einfach nur letztklassig. Diese Regierung ist auch moralisch rücktrittsreif!“ Wie die FPÖ via ots.at bereits im Februar berichtete, hatte Schnedlitz auf Basis einer früheren Serienanfrage errechnet, dass die Ministerien allein im vierten Quartal 2025 insgesamt rund 28 Millionen Euro für externe Berater ausgegeben hätten – rund 300.000 Euro pro Tag.

Restliche Ressorts noch ausstehend

Wie heute.at berichtete, haben die übrigen Bundesministerien ihre Antworten auf die Berater-Anfrage bislang noch nicht übermittelt – offenbar bis zum letztmöglichen Termin. Das vollständige Bild über die Ausgaben aller Ressorts im ersten Quartal 2026 steht damit noch aus.

Credits: APA

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