Ab April 2026 wird es ernst: Die österreichische Regierung plant, mit dem sogenannten Anti-Mogelpackungs-Gesetz gegen die Praxis der Shrinkflation vorzugehen. Dabei handelt es sich um versteckte Preiserhöhungen, bei denen die Füllmenge eines Produkts reduziert wird, während der Preis gleich bleibt. Doch das Vorhaben steht unter Beobachtung – ein mögliches Veto der EU könnte die Umsetzung noch verzögern.
Was ist Shrinkflation?
Shrinkflation ist ein Ärgernis, das viele Konsumenten kennen: Die Verpackung eines Produkts bleibt gleich groß, doch der Inhalt schrumpft. Besonders in Zeiten hoher Inflation greifen Hersteller vermehrt zu dieser Methode, um Preiserhöhungen zu kaschieren. Laut dem ORF Oberösterreich sollen ab April Händler verpflichtet werden, solche Produkte klar zu kennzeichnen. Ein Hinweis wie „Achtung: Weniger Inhalt – höherer Preis“ muss dann direkt am Regal angebracht werden.
Strenge Strafen und Kontrollen
Das Gesetz sieht vor, dass Verstöße mit Geldstrafen von bis zu 15.000 Euro geahndet werden. Wie die „Presse“ berichtet, sind von der Kennzeichnungspflicht nur kleinere Geschäfte mit weniger als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche ausgenommen, sofern sie nicht zu einer Kette mit mehr als fünf Filialen gehören. Die Preisaufsicht des Landes Oberösterreich wird die Einhaltung der neuen Regelungen überwachen.
EU-Veto als Stolperstein?
Wie das österreichische Parlament auf seiner Website mitteilt, liegt das Gesetz derzeit zur Notifizierung in Brüssel. Die EU hat bis kommenden Dienstag Zeit, Einwände zu erheben. Kritiker, wie der Rechtsanwalt Dr. Roman Heidinger in einem Gastbeitrag für die „Presse“, sehen das Gesetz kritisch. Es könnte gegen die EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken verstoßen, die einheitliche Standards für den Verbraucherschutz vorschreibt. Nationale Sonderregelungen, wie sie das Anti-Mogelpackungs-Gesetz vorsieht, könnten als wettbewerbswidrig eingestuft werden.
Vorbild Frankreich
In Frankreich gibt es bereits ähnliche Regelungen, die im Handel für mehr Transparenz sorgen. Österreich könnte mit dem neuen Gesetz nachziehen, sofern die EU keine Einwände erhebt. Konsumenten-Landesrat Stefan Kaineder (Die Grünen) betonte im Gespräch mit dem ORF die Wichtigkeit des Gesetzes: „Es ist entscheidend, dass die Menschen wissen, was sie für ihr Geld bekommen.“
Quellen: oe24.at, parlament.gv.at, diepresse.com, ooe.orf.at
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