Bei der Eröffnung der Wiener Festwochen am Heldenplatz trug eine Künstlerin eine Kette mit den Zahlen „1312″ – dem Code für „All Cops Are Bastards“. Die FPÖ ist empört und fordert Konsequenzen von Innenminister Karner und Kulturminister Babler.
Was bei der Eröffnung passierte
Am 22. Mai wurden die 75. Wiener Festwochen unter dem Motto „Republic of Gods“ am Heldenplatz eröffnet. Intendant Milo Rau, der das Festival in seiner dritten Amtszeit leitet, inszeniert die Festwochen als politisches Kreuzungspunkt von Kunst und gesellschaftlicher Provokation. Beim Auftritt der Künstlerin Lara Hula fiel einem Zuschauer ein Accessoire auf: ein Ketterl mit der Aufschrift „1312″ – dem im linksextremen und anarchistischen Milieu verbreiteten Code für die Parole „All Cops Are Bastards“, abgeleitet aus den Anfangsbuchstaben A-C-A-B (1=A, 3=C, 2=B). Wie oe24.tv berichtet, dokumentierte FPÖ-Gemeinderat Leo Lugner den Vorfall und stellte ihn öffentlich zur Diskussion: „Mit Steuergeld finanzierte Polizeiverachtung als ‚Kunst‘. Tolle Werbung für Wien und Österreich.“
FPÖ-Darmann: „Sündenfall der Verlierer-Ampel“
Auf Bundesebene meldete sich FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann mit einer OTS-Aussendung zu Wort. Wie presse-nachrichten.de unter Berufung auf die Aussendung berichtet, richtete er sich direkt an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP): „Was sagt eigentlich der ohrenbetäubend schweigende ÖVP-Innenminister Karner dazu, dass hier Polizeibeschimpfung mit Steuergeld von seiner Regierung gefördert wird? Warum verurteilt er diesen linksextremen Akt nicht klar?“ Darmanns Fazit: Es dürfe nicht hingenommen werden, wenn „unter dem Deckmantel der Kunst“ Polizisten beschimpft und diffamiert würden, die täglich unter Gefährdung ihrer Gesundheit die Sicherheit der Bevölkerung sicherstellen.
Auch die Wiener FPÖ griff laut austria.news-pravda.com ein: Kultursprecher Lukas Brucker sprach von „linker Agitation auf Kosten der Steuerzahler“ und forderte einen sofortigen Stopp der millionenschweren Förderungen für die Festwochen.
Festwochen und Kulturministerium: Keine Reaktion
Wie oe24.at berichtet, blieb eine Reaktion des von SPÖ-Kulturminister Babler geführten Kulturministeriums sowie der Festwochen-Intendanz auf die FPÖ-Kritik zunächst aus. Ob das Tragen des Ketterings Teil der künstlerischen Inszenierung war oder eine private Entscheidung der Künstlerin, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung ebenfalls unklar.
Credits: APA
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