1,13 Milliarden Euro: Wiens Sozialhilfe sprengt alle Pläne

1,13 Milliarden Euro: Wiens Sozialhilfe sprengt alle Pläne

Wien hat 2025 so viel Geld für die Mindestsicherung ausgegeben wie nie zuvor. Die Stadt betont: Es hätte noch teurer werden können. Kritiker sehen das anders.

1,13 Milliarden Euro – auf den Cent genau

Wie heute.at unter Berufung auf die Kronen Zeitung berichtete, weist der Wiener Rechnungsabschluss 2025 für die Sozialhilfe exakt 1.136.908.474,03 Euro aus. Damit zählt die Mindestsicherung zu den größten Einzelposten im Stadtbudget. Das Gesamtdefizit der Stadt Wien für 2025 liegt laut dem Presse-Service der Stadt Wien bei 2,84 Milliarden Euro – deutlich besser als die ursprünglich prognostizierten 3,8 Milliarden Euro.

Stadt betont: Unter der Prognose geblieben

Das Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) verweist laut heute.at darauf, dass man trotz der Milliardensumme exakt 53.408.525,97 Euro unter der Prognose geblieben sei. Der Ursprungsvoranschlag hatte jedoch noch bei rund 954 Millionen Euro gelegen – die tatsächlichen Ausgaben übertrafen diesen Plan also deutlich. Als Begründung nennt das Büro Novak laut heute.at gestiegene Belastungen durch Inflation, höhere Energie- und Personalkosten sowie weitere unvorhergesehene Mehrbelastungen seit Beschluss des Voranschlags vor mehr als zweieinhalb Jahren.

Sparmaßnahmen sollen 200 Millionen bringen

Auch das Büro von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) meldet sich zu Wort. Wie heute.at berichtete, verweist Hacker auf bereits beschlossene Kürzungen im Wiener Mindestsicherungsgesetz: „Aufgrund der planmäßigen Umsetzung aller Maßnahmen ist davon auszugehen, dass die avisierten Einsparungen von rund 200 Millionen Euro erreicht werden.“ Wie das Sozialberatungszentrum neunerhaus auf seinem Blog dokumentierte, traten mit 1. Jänner 2026 teils einschneidende Kürzungen in Kraft: Sonderzahlungen für Dauerleistungsbezieher wurden halbiert, der zweckgewidmete Wohnkostenanteil auf 25 Prozent erhöht. Rund 13.000 Betroffene verlieren dadurch laut Schätzung der MA 40 bis zu 3.000 Euro pro Jahr.

Budget 2026: Knapp unter einer Milliarde geplant

Für das laufende Jahr 2026 hat Wien die Ausgaben für die Mindestsicherung im Voranschlag auf 996.869.000 Euro budgetiert – also knapp unter der Milliardengrenze. Ob dieser Plan angesichts der aktuellen Entwicklungen hält, bleibt offen.

Hintergrund: 73.100 Bezieher nicht aus Österreich

Wie heute.at in einem früheren Bericht unter Berufung auf MA-40-Daten berichtete, haben von den rund 166.000 Mindestsicherungsbeziehern in Wien rund 73.100 keine österreichische Staatsbürgerschaft. Der hohe Anteil nicht-österreichischer Bezieher ist seit Jahren politisch umstritten und befeuert die Debatte über Zugangsregelungen und Sparmaßnahmen.

Credits: APA

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