Putin lässt Trump ausrichten: „US-Präsident ist emotional überlastet“

Putin lässt Trump ausrichten: „US-Präsident ist emotional überlastet“

Der Kreml meint, US-Präsident Donald Trump sei „emotional überlastet“ – Anlass dafür war Trumps scharfe Kritik an Wladimir Putin, den er als „absolut verrückt“ bezeichnet hatte. Der US-Präsident reagierte mit diesen Worten auf die jüngsten Raketenangriffe auf die Ukraine.

Dmitri Peskow, der Kommunikationschef von Wladimir Putin, reagierte auf die Aussagen des US-Präsidenten mit scharfer Kritik, bedankte sich jedoch zugleich für dessen Unterstützung bei der Einleitung von Friedensverhandlungen: „Wir sind den Amerikanern und Präsident Trump persönlich sehr dankbar für ihre Hilfe bei der Organisation und dem Start dieses Verhandlungsprozesses“, sagte Peskow. Gleichzeitig fügte er hinzu: „Natürlich befinden wir uns in einem äußerst entscheidenden Moment, der zweifellos mit einer emotionalen Überlastung aller Beteiligten und entsprechenden Reaktionen einhergeht.“

Die Stellungnahme erfolgte kurz nach einem der schwersten russischen Luftangriffe seit Beginn des Krieges. In der Nacht hatte Russland laut ukrainischer Luftwaffe 355 Drohnen sowie neun Marschflugkörper auf ukrainische Städte abgefeuert. Zivile Gebiete im ganzen Land wurden getroffen, Luftalarm herrschte in Kiew sechs Stunden lang. NATO-Jets mussten erneut von Polen aus starten, um auf die Lage zu reagieren.

Trotz der tödlichen Angriffe behauptete Peskow erneut, Russland arbeite an einer friedlichen Lösung. Man arbeite an einem Vorschlag, dieser sei jedoch noch nicht eingereicht worden: „Die Arbeiten dauern an. Es handelt sich um einen ernsthaften Entwurf, der sorgfältige Prüfung und Vorbereitung erfordert“, so Peskow.

Putin hatte vergangene Woche in einem Telefonat mit Trump erklärt, Russland und die Ukraine würden an einem Memorandum für ein Friedensabkommen arbeiten. In Kiew und bei westlichen Verbündeten löste dies jedoch neue Zweifel aus – viele werfen Moskau vor, lediglich Zeit zu gewinnen und kein ernsthaftes Interesse an Frieden zu zeigen.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärte am Freitag, Moskau sei bereit, Kiew einen Vertragsentwurf für eine langfristige Friedenslösung vorzulegen – allerdings erst nach dem Abschluss eines Gefangenenaustauschs, der in Istanbul vereinbart wurde. Dieser Austausch, bei dem beide Seiten jeweils 1000 Personen freiließen, sei laut russischem Verteidigungsministerium am Sonntag abgeschlossen worden.

Peskow betonte, die Friedensverhandlungen würden nun auf Grundlage der in Istanbul getroffenen Vereinbarungen weitergeführt – der Gefangenenaustausch sei lediglich der erste Schritt.

Präsident Trump hatte Putin am Abend zuvor scharf kritisiert: „Raketen und Drohnen werden grundlos auf ukrainische Städte abgefeuert“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
„Ich habe immer gesagt, dass er die ganze Ukraine will – nicht nur einen Teil. Vielleicht bewahrheitet sich das nun. Wenn das so ist, wird es zum Untergang Russlands führen“, warnte er.

Diese Worte fielen am selben Tag, an dem Putins Vertrauter Dmitri Medwedew eine beunruhigende Karte veröffentlichte: Sie zeigt nahezu die gesamte Ukraine als sogenannte „Pufferzone“ Russlands – mit Ausnahme eines schmalen Streifens an der Grenze zu Polen. Medwedew, ehemaliger Präsident und heute hochrangiger Sicherheitsbeamter, schrieb dazu auf X: „Wenn die militärische Unterstützung für das Kiewer Regime anhält, könnte die Pufferzone so aussehen.“

Credits: APA

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