Der Ausbruch des gefährlichen Hantavirus rund um das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ zieht immer weitere Kreise und erreicht nun auch den internationalen Flugverkehr. Wir blicken auf eine dramatische Entwicklung: In Amsterdam liegt derzeit eine Flugbegleiterin der niederländischen Fluggesellschaft KLM im Krankenhaus. Sie zeigt Symptome einer möglichen Hantavirus-Infektion und befindet sich im Isolationsbereich des Amsterdam UMC, wie die NL Times berichtet.
Der fatale Kontakt in der Kabine
Die Stewardess war auf einem Flug von Johannesburg nach Amsterdam im Einsatz. Auf genau diesem Flug befand sich für kurze Zeit eine 69-jährige Niederländerin an Bord. Das Bordpersonal bat die sichtlich kranke Frau, die Maschine noch vor dem Abflug wieder zu verlassen. Eine folgenschwere, aber notwendige Entscheidung. Die 69-Jährige verstarb nur einen Tag später in einem Krankenhaus in Johannesburg an den Folgen einer Hantavirus-Infektion.
Jetzt untersuchen die niederländischen Gesundheitsbehörden fieberhaft, ob sich die KLM-Flugbegleiterin bei diesem Kontakt mit dem tödlichen Erreger infiziert hat. Die Behörden haben vorsorglich Kontakt zu allen Passagieren dieses Fluges aufgenommen und raten den Reisenden, auf mögliche Symptome zu achten.
Seuchen-Kreuzfahrtschiff „Hondius“ im Fokus
Die verstorbene 69-jährige Passagierin war zuvor Gast auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“. Dort nahm das Drama seinen Anfang. Laut Informationen von NBC News sind bereits drei Menschen, die sich auf dem Schiff befanden, gestorben. Das westafrikanische Land Kap Verde verweigerte der „Hondius“ aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung das Anlegen. Das Schiff nahm daraufhin mit etwa 150 Menschen an Bord Kurs auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln.
Auf dem Schiff herrscht Ausnahmezustand. Die Passagiere müssen strenge Vorsichtsmaßnahmen einhalten und isoliert in ihren Kabinen bleiben, während die Crew das Schiff desinfiziert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko für die breite Öffentlichkeit zwar als gering ein, nimmt den Ausbruch aber sehr ernst und koordiniert die medizinische Evakuierung von schwer erkrankten Personen.
Sorge vor der seltenen Andes-Variante
Besonders alarmierend ist die Art des Virus. Tests haben bestätigt, dass es sich um die sogenannte Andes-Variante des Hantavirus handelt. Diese spezielle Variante gilt als die einzige bekannte Form, die unter bestimmten Umständen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dafür ist in der Regel ein sehr enger Kontakt notwendig.
Die Gesundheitsbehörden arbeiten nun unter Hochdruck daran, die genaue Quelle des Ausbruchs zu ermitteln. Normalerweise stecken sich Menschen durch den Kontakt mit den Ausscheidungen von infizierten Nagetieren an. Wie das Virus auf das Kreuzfahrtschiff gelangen konnte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Quellen: oe24.at, NL Times, NBC News
Credits: APA
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