Eine Morddrohung gegen die achtjährige Tochter der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (47) sorgt in Italien für Empörung. Der mutmaßliche Verfasser: ein Lehrer, der seine Drohbotschaft über soziale Netzwerke verbreitet hat.
Er wurde inzwischen identifiziert und angezeigt. Bildungsminister Giuseppe Valditara kündigte umgehend disziplinarische Ermittlungen an. Die 47-jährige Regierungschefin reagierte tief betroffen. In einem Beitrag auf der Plattform X (vormals Twitter) schrieb Meloni:
„Das ist keine politische Auseinandersetzung mehr, nicht einmal bloße Wut. Das ist etwas Dunkles, das von einem kranken und vergifteten Klima zeugt – ein ideologischer Hass, in dem offenbar alles erlaubt scheint. Sogar die Andeutung, ein Kind zu töten, nur um seiner Mutter zu schaden.“
Sie appellierte an alle politischen Kräfte, sich geschlossen gegen solche Entgleisungen zu stellen: „Es gibt Grenzen, die niemals überschritten werden dürfen. Diese zu verteidigen ist eine Verantwortung, die über Parteigrenzen hinausgeht.“
Alle Parteien verurteilen diesen Angriff
Die Reaktionen auf die Drohung ließen nicht lange auf sich warten – Politikerinnen und Politiker aller Lager solidarisierten sich mit der Ministerpräsidentin. Vizepremier Matteo Salvini (Lega) zeigte sich „erschüttert und angewidert“.
„Ein Angriff auf ein Kind ist widerwärtig – das ist keine Politik mehr, das ist Unmenschlichkeit.“
Innenminister Matteo Piantedosi sprach auf X von einer „fortschreitenden Verrohung der Sprache“, die selbst vor einem „unschuldigen Kind“ nicht haltmache. Auch Politikerinnen der linken Opposition, darunter Elly Schlein von der Partito Democratico, verurteilten den Vorfall scharf.
Der betroffene Lehrer, dessen Identität bislang nicht öffentlich gemacht wurde, soll laut Medienberichten über sein privates Profil in sozialen Netzwerken unverhohlen die Tochter Melonis bedroht haben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun strafrechtliche Schritte.
Obwohl es sich um einen Einzelfall handelt, steht er exemplarisch für den zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Ton in Italien – in dem Hass und Gewaltbereitschaft immer häufiger öffentlich zur Schau gestellt werden.
„Ein Kind in den Mittelpunkt solcher Attacken zu stellen, ist ein moralischer Tiefpunkt“, kommentierte eine Kommentatorin der Zeitung La Repubblica. Auch Vertreter der Lehrergewerkschaften forderten Konsequenzen – und mahnten zur Besonnenheit.
Die Ermittlungen laufen. Inzwischen hat die italienische Regierung den Personenschutz für Melonis Familie verschärft.
Creedit: APA
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