Im ORF-„Sommergespräch“ mit Moderatorin Simone Stribl geriet FPÖ-Chef Herbert Kickl beim Thema AfD und Migration mehrfach in Rage. Eine einzelne Frage sorgte dabei für einen regelrechten Schlagabtausch.
Die Frage, die den Streit auslöste
Im Zusammenhang mit Abschiebungen und dem umstrittenen Begriff „Remigration“ wollte Stribl von Kickl wissen, wie viele Einwohner er sich für Österreich vorstellen könne – als Vergleich verwies sie darauf, dass die deutsche Schwesterpartei AfD wiederholt von einer Obergrenze von 60 statt 83 Millionen Einwohnern für Deutschland gesprochen habe.
Kickl reagiert gereizt
Der FPÖ-Chef zeigte sich sichtlich verärgert und konterte mit einer Gegenfrage: „Ist Ihnen das nicht zu blöd?“ Als Stribl erwiderte, sie habe schließlich nur gefragt, und auf Gemeinsamkeiten mit der AfD verwies, stellte Kickl klar, dass es aus seiner Sicht auch viele Unterschiede zur deutschen Partei gebe. Er bezeichnete die Frage als für den ORF unwürdig und wollte wissen, ob ihm damit unterstellt werden solle, massenhaft Menschen aus Österreich deportieren zu wollen.
„Man kann auch blöd fragen – mit Verlaub“
Auch als Stribl versuchte, die Situation zu entschärfen und erneut betonte, lediglich nach seiner Vorstellung einer Einwohnerzahl gefragt zu haben, ließ sich Kickl nicht beruhigen. Er verwies darauf, dass die FPÖ nie von einer Obergrenze gesprochen habe, und fügte hinzu: „Man kann auch blöd fragen – mit Verlaub!“ Auf den erneuten Hinweis der Moderatorin, wonach die Gemeinsamkeiten mit der AfD die Frage durchaus rechtfertigten, reagierte Kickl unbeeindruckt und blieb bei seiner Einschätzung.
Rat an die Moderatorin: Fragen Sie doch die AfD
Zum Abschluss des Schlagabtauschs empfahl Kickl der Moderatorin, sich für eine Antwort direkt an die AfD zu wenden, schließlich handle es sich um deren Position. Tatsächlich hatte sich die ursprüngliche Frage aber ausdrücklich auf die Haltung der FPÖ selbst bezogen.
Neben dem Streit um die AfD sorgte Kickl im selben Interview auch mit anderen Aussagen für Aufsehen – etwa als er die menschengemachte Erklärung des Klimawandels als „Gotteslästerung“ bezeichnete und ein „Remigrations“-Gesetz mit möglichem Verfassungsrang ankündigte.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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