Flugzeug-Drama in Berlin: Abschiebe-Häftling rastet aus und löst Notrutsche aus

Flugzeug-Drama in Berlin: Abschiebe-Häftling rastet aus und löst Notrutsche aus

Es sollte ein ganz normaler Flug von Berlin nach Wien werden. Doch für die Passagiere der Austrian Airlines (AUA) endete der Morgen im absoluten Chaos. Ein Abschiebehäftling leistete an Bord derart heftigen Widerstand, dass am Ende der gesamte Flieger geräumt werden musste.

Randale vor dem Abflug

Eigentlich stand der Airbus A320 am Mittwochmorgen um 7:00 Uhr am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) bereit für den Start. Wie die Zeitung Bild berichtet, begann ein Mann in den hinteren Sitzreihen plötzlich, lautstark zu randalieren. Es handelte sich um einen Abschiebehäftling, der nach Österreich überstellt werden sollte. Die begleitenden Polizisten schritten umgehend ein, um die Situation unter Kontrolle zu bringen und den außer Rand und Band geratenen Mann aus der Maschine zu befördern.

Gerangel an der Flugzeugtür

Doch damit war das Drama noch nicht beendet. Während die Beamten den renitenten Passagier zur vorderen Tür brachten, kam es zu einem heftigen Handgemenge. Wie das Portal oe24.at und der Tagesspiegel übereinstimmend melden, wurde bei diesem Tumult versehentlich die Notrutsche der Vordertür ausgelöst. Das bedeutete für alle anderen Fluggäste an Bord: Alle müssen wieder raus. Die gesamte Maschine wurde geräumt, und die Passagiere wurden vorübergehend wieder in das Terminal geschickt.

Die BZ-Berlin beruft sich auf eine Sprecherin der Airline, die den drastischen Vorfall bestätigte. Man habe sich wegen des lautstarken Verhaltens dazu entschieden, den Passagier von Bord zu nehmen, wobei bedauerlicherweise die Rutsche aktiviert wurde. Erst am späten Vormittag durften die wartenden Reisenden wieder einsteigen. Mit einer Verspätung von rund zweieinhalb Stunden hob der Flieger schließlich doch noch in Richtung Wien ab.

Abgebrochene Abschiebungen sind Alltag

Dieser brisante Zwischenfall lenkt den Blick auf die harte Realität der Behörden. Wie der Tagesspiegel aus einer Antwort der Bundesregierung zitiert, scheitern solche Überstellungen immer wieder. Allein im vergangenen Jahr mussten 1.593 Abschiebungen unter Beteiligung der Bundespolizei abgebrochen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von medizinischen Notfällen und aktivem Widerstand bis hin zu fehlenden Papieren. Dennoch wurden im selben Zeitraum 22.787 Menschen erfolgreich abgeschoben – die allermeisten davon auf dem Luftweg.

Quelle: oe24.at, Tagesspiegel, Bild, BZ-Berlin
Credits: APA, dpa

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