Drohnenangriff auf Moskau am letzten Wahltag

Drohnenangriff auf Moskau am letzten Wahltag

Ausgerechnet am letzten Tag der russischen Parlamentswahl ist Moskau zum Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Während die Kremlpartei auf eine Zweidrittelmehrheit hofft, brannte im Umland der Hauptstadt eine Ölraffinerie.

Rund 180 Drohnen abgefangen

Bis in die Morgenstunden seien rund 180 Drohnen abgefangen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin. Laut Gouverneur Andrej Worobjow wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet, eine Anlage auf dem Gelände einer Ölraffinerie wurde beschädigt. Erste Ergebnisse der Staatsduma-Wahl werden für 20 Uhr MESZ erwartet.

Ein Urnengang unter Kriegsbedingungen

Kremlchef Wladimir Putin hatte die russische Bevölkerung zuvor aufgefordert, mit ihrer Stimmabgabe einen Beitrag zum Sieg im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu leisten. Der bereits vorab von Kritikern als unfair bezeichnete Urnengang gilt deshalb vor allem als eine Art Referendum über die Fortsetzung der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Invasion. Laut Wahlleitung lag die Beteiligung an den ersten beiden Wahltagen bereits bei mehr als 40 Prozent.

Kremlpartei rechnet trotz Krise mit Zweidrittelmehrheit

Die seit mehr als 20 Jahren regierende Partei „Geeintes Russland“ erwartet nach dem Ausschluss der Antikriegspartei Jabloko trotz massiver Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit in der Bevölkerung eine Zweidrittelmehrheit. Für die Partei kandidieren dabei Dutzende Kriegsveteranen. Insgesamt waren mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen aufgerufen, 450 Abgeordnete für die neue Staatsduma zu wählen. Echte Opposition ist bei dieser Wahl nicht zugelassen – alle zehn zur Wahl stehenden Parteien gelten als dem Kreml nahestehend und als Unterstützer des von Putin befohlenen Krieges.

Erstmals Wahl in neu annektierten Gebieten

Gegen den ausdrücklichen Protest der Ukraine wird die Wahl erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Zum wiederholten Mal beteiligt ist zudem die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim. Neben der Duma-Wahl werden in acht Regionen auch Abgeordnete für Gebietsparlamente gewählt – insgesamt laufen laut Wahlleitung rund 2.200 Wahlen auf verschiedenen staatlichen Ebenen.

Credits: Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123219163

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