Wien – Während die Zukunft des Landes in den Klassenzimmern geformt wird, zeigt sich bei den Investitionen in die Bildung ein ernüchterndes Bild. Ein neuer Bericht der EU-Kommission stellt Österreich ein mäßiges Zeugnis aus: Bei den Bildungsausgaben rangiert die Alpenrepublik nur im hinteren Mittelfeld der Europäischen Union. Auch wenn die Ausgaben pro Schüler im oberen Bereich liegen, gibt es an anderer Stelle deutlichen Nachholbedarf.
EU-Bericht deckt auf: Sparflamme bei der Bildung
Der Ende August veröffentlichte EU-Bericht „In Bildung investieren 2025“ sorgt für Aufsehen. Demnach gibt Österreich weniger als zehn Prozent seiner gesamten Staatsausgaben für Bildung aus und liegt damit unter dem EU-Durchschnitt von 9,6 Prozent. Zum Vergleich: Spitzenreiter wie Estland (14,5 Prozent) und Schweden (14,4 Prozent) investieren deutlich mehr in die Köpfe ihrer Jugend. Österreichs Bildungsinvestitionen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen laut Bericht bei 4,7 Prozent und damit exakt im EU-Schnitt.
Obwohl die Kommission betont, dass Ausgaben für Bildung eine „Investition, keine Kosten“ sind, zeigt sich, dass die Investitionen in der EU noch nicht das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht haben.
OECD-Studie zeigt ein anderes Bild: Hohe Ausgaben pro Kopf
Ein differenzierteres Bild zeichnet die aktuelle OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2025“ („Education at a Glance 2025“). Hier schneidet Österreich auf den ersten Blick deutlich besser ab. Mit Ausgaben von 17.767 US-Dollar pro Schüler (von der Volksschule bis zum postsekundären Bereich) liegt das Land auf dem dritten Platz im gesamten OECD-Raum, direkt hinter Luxemburg und Norwegen. Diese Summe liegt weit über dem OECD-Durchschnitt.
Wie die OECD-Analyse jedoch auch aufzeigt, sind die tatsächlichen Gehälter von Lehrern in Österreich im Vergleich zu anderen Akademikern eher niedrig. Ein Volksschullehrer verdient hierzulande 25 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Akademiker – ein größerer Abstand als im OECD-Mittel (17 Prozent).
Lehrermangel und frühe Abgänge als Alarmsignale
Besorgniserregend sind die Zahlen zum Lehrermangel. Laut OECD-Bericht waren in Österreich zuletzt 4.778 Stellen unbesetzt, was 4,6 Prozent aller Lehrerpositionen entspricht. Nur Schweden schneidet hier noch schlechter ab. Gleichzeitig steigt die Zahl der nicht vollständig qualifizierten Lehrer an – von 2,4 Prozent im Schuljahr 2014/15 auf 5,7 Prozent im Schuljahr 2022/23.
Ein weiteres Problem ist die hohe Fluktuation. Die Abgangsrate von Lehrern hat sich fast verdoppelt, von 3,2 Prozent (2014/15) auf 6,2 Prozent (2022/23). Auffällig ist, wie der OECD-Bericht festhält, dass viele Pädagogen dem Beruf schon früh den Rücken kehren: 58 Prozent derer, die kündigen, haben weniger als fünf Jahre Berufserfahrung. Dies deutet auf hohe Belastungen und möglicherweise mangelnde Unterstützung zu Karrierebeginn hin.
Quellen: EU-Bericht „In Bildung investieren 2025“, OECD-Studie „Education at a Glance 2025“, Freilich-Magazin
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