Babler, Stocker, Strache – alle fahren zur WM. Nur die Rechnung unterscheidet sich.

Babler, Stocker, Strache – alle fahren zur WM. Nur die Rechnung unterscheidet sich.

21.257 Euro. So viel hat Vizekanzler Andreas Babler seine USA-Reise zum ÖFB-Spiel gegen Jordanien gekostet. Die FPÖ nennt das einen „PR-Ausflug“. Klingt empört. Ist es aber nicht wirklich, wenn man kurz zurückblickt.

Die Rechnung im Detail

Vier Mitarbeiter, ein Hotel, ein paar Transfers, ein Flug in die USA. Macht in Summe 21.257,11 Euro – 5.311 Euro Hotel, knapp 4.000 Euro Transfer, 12.000 Euro Flüge. Dazu ein Treffen mit dem jordanischen Kronprinzen und ein Austausch mit dem Nationalteam am Folgetag. Nichts, was man nicht auch von jedem anderen Regierungsmitglied erwarten würde, das für Sport zuständig ist.

Der Konter, der sitzt

Babler selbst lässt die Kritik nicht auf sich sitzen und zieht einen Vergleich, der schmerzt – für die FPÖ. 2018 flog nämlich schon einmal ein österreichischer Sportminister zur Fußball-WM. Name: Heinz-Christian Strache. Ziel: Russland. Kleines Detail am Rande: Österreich war für dieses Turnier gar nicht qualifiziert. Strache reiste trotzdem zum Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi-Arabien an – ohne dass auch nur ein einziger österreichischer Spieler auf dem Platz stand. Wer über Bablers Reise zu einem echten ÖFB-Match empört ist, sollte sich diesen Vergleich zumindest einmal in Erinnerung rufen.

Und dann war da noch Stocker

Auch Kanzler Christian Stocker musste sich heuer schon einmal rechtfertigen – die FPÖ hatte dazu bereits eine eigene parlamentarische Anfrage gestellt. Seine WM-Reise in die USA, samt neunköpfiger Mitarbeiterdelegation, kostete rund 100.000 Euro – davon allein knapp 60.000 Euro Flugkosten. Zum Vergleich: Bablers Trip liegt bei einem Fünftel dieser Summe. Die FPÖ hat also längst beide Fälle unter die Lupe genommen – nur dass die Aufregung um Babler diesmal deutlich lauter ausfällt, obwohl er der Partei nach den eigenen Zahlen weit weniger Angriffsfläche liefert als der Kanzler selbst.

Was am Ende bleibt

Drei Politiker, drei Parteien, ein wiederkehrendes Muster: Sportminister und Kanzler reisen zu großen Fußballturnieren, das war unter Schwarz-Blau so, das ist unter der aktuellen Koalition so. Der einzige Unterschied liegt in der Höhe der Rechnung – und da schneidet Babler im Vergleich noch günstig ab.

Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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