Armin Wolf wegen Schütz-Posting von ORF-Ethikkommission abgemahnt

Armin Wolf wegen Schütz-Posting von ORF-Ethikkommission abgemahnt

Ein umstrittenes Social-Media-Posting hat für den ZiB2-Moderator Armin Wolf nun Konsequenzen: Die ORF-Ethikkommission hat seine Wortwahl gegenüber exxpress-Herausgeberin Eva Schütz beanstandet, der Moderator wurde abgemahnt.

Der Ausgangspunkt: Ein Bluesky-Posting im Juni

Anlass war ein Posting, das Wolf Anfang Juni auf der Plattform Bluesky veröffentlichte, während Schütz als Kandidatin für den Posten der ORF-Generaldirektion im Rennen stand. Wolf reagierte damit auf die Nominierung von Schütz durch den stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Gregor Schütze für das entsprechende Hearing. Wörtlich schrieb Wolf laut oe24: „Der stv. Vorsitzende des Stiftungsrats ist offenbar der Meinung, dass die Herausgeberin einer rechten, rassistischen Fake News-Schleuder (die praktisch täglich den ORF diffamiert und Millionenverluste produziert) als ORF-Generaldirektorin geeignet ist.“

Anzeige durch FPÖ-Stiftungsrat

Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler reagierte umgehend mit einer Anzeige bei der damaligen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Sein Vorwurf: Wolf könnte mit dem Posting gegen den seit 2024 geltenden ORF-Ethikkodex verstoßen haben. Dieser sieht unter anderem vor, dass Äußerungen von Mitarbeitern keinen „Zweifel an der Objektivität, Unparteilichkeit oder Unabhängigkeit des ORF“ aufkommen lassen dürfen und persönliche Wertungen „stets sachlich“ begründet werden müssen. Thurnher leitete daraufhin eine Prüfung des Vorfalls ein.

Wolf verteidigte sich mit Kommentar-Screenshots

Wolf selbst sah die geforderte sachliche Begründung als gegeben an: Seinem Posting hängte er einen Screenshot von „Top-Kommentaren“ auf exxpress.at an. Auch der ORF-Redaktionssprecher Dieter Bornemann stellte sich damals hinter den Moderator und hielt das Posting durch diese beigefügten Screenshots für sachlich begründet, wie das Fachportal „turi2“ berichtete.

Schütz konterte scharf

Eva Schütz selbst reagierte auf das Posting mit deutlicher Kritik an Wolf. „Ein peinliches Posting, das lediglich zeigt, wie nervös manche am Küniglberg sind. Interessant, dass man dort glaubt, die Meinungshoheit darüber zu haben, was richtig und falsch ist“, konterte sie damals gegenüber oe24.

Ethikkommission urteilt: „Sachlich falsch“ und „überschießend“

Nun, gut zwei Monate später, liegt das Ergebnis der Prüfung vor. Wie am Dienstag im ORF-Stiftungsrat bekannt wurde, hat die ORF-Compliance beziehungsweise Ethikkommission das Posting beanstandet und Wolf abgemahnt. Nach den im Stiftungsrat vorgetragenen Informationen sei die Äußerung „sachlich falsch“, „überschießend“ und eines „ORF-Mitarbeiters nicht würdig“ gewesen, wie exxpress.at berichtet – jenes Medium, dessen Herausgeberin von dem Posting betroffen war. Erstberichterstatter der Abmahnung war exxpress.at selbst, oe24 bestätigte den Vorgang in eigener Berichterstattung. Auf Anfrage von oe24 gab es vom ORF zunächst keine Stellungnahme.

Nicht die erste Abmahnung für Wolf

Bemerkenswert ist laut exxpress.at, dass es sich für den langjährigen ZiB2-Anchor nicht um die erste Abmahnung handelt – frühere Fälle wurden in der aktuellen Berichterstattung allerdings nicht näher spezifiziert.

Ein Fall mit politischer Vorgeschichte

Der Vorfall fällt in eine ohnehin angespannte Phase der ORF-Wahl im Frühsommer: Schütz war neben der früheren ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner eine von mehreren Kandidatinnen für den Chefposten, ihr Reformprogramm sah unter anderem mehr Mittel für private Medien sowie ein Ende bestehender „Privilegien im Haus“ vor, wie aus einer OTS-Aussendung ihrer damaligen Bewerbung hervorgeht. Am Ende des Auswahlverfahrens wurde bekanntlich nicht Schütz, sondern ein anderer Kandidat zum neuen ORF-Chef bestellt.

Credits: EXPA/ Michael Gruber

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