Die großen Blackouts auf der Iberischen Halbinsel und Teilen Frankreichs haben Konsequenzen: Das belgische Parlament hat mit großer Mehrheit für eine Verlängerung der Laufzeit bestehender Atomkraftwerke gestimmt. 120 Abgeordnete votierten dafür, nur acht sprachen sich dagegen aus. 31 enthielten sich. Ursprünglich sollten die beiden Kernkraftwerke Doel bei Antwerpen und Tihange nahe der deutschen Grenze noch heuer abgeschaltet werden.
Dieser Atomausstieg ist nun vom Tisch. Die Regierung unter Ministerpräsident Bart De Wever plant sogar den Bau neuer Reaktoren. Derzeit betreibt Belgien zwei Atomkraftwerke mit insgesamt sieben Reaktoren, von denen drei bereits stillgelegt wurden. Auslöser für den Kurswechsel war laut Regierung die Sorge um die Energiesicherheit. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die Entscheidung zusätzlich beschleunigt.
Der Schritt sorgt für Spannungen mit Deutschland. Die Bundesregierung hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Abschaltung der belgischen Meiler ausgesprochen – unter anderem wegen Sicherheitsbedenken. Das Kraftwerk Tihange liegt rund 60 Kilometer von Aachen entfernt. Deutschland selbst hatte seine letzten drei Atomkraftwerke am 15. April 2023 abgeschaltet. Die Entscheidung zum Atomausstieg war bereits 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gefallen.
Credit: Wikipedia
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