Waffen-Boom in Österreich: Grünen schlagen Alarm und fordern Antworten von Karner

Waffen-Boom in Österreich: Grünen schlagen Alarm und fordern Antworten von Karner

Die Grünen schlagen Alarm: Während die Regierung noch über ein schärferes Waffengesetz diskutiert, explodieren die Verkaufszahlen von Schusswaffen in Österreich.

21.000 neue Waffen in nur wenigen Monaten

Wie die Grünen-Sicherheitssprecherin Agnes Sirkka Prammer berichtet, wurden seit der Ankündigung eines strengeren Waffengesetzes im Juni unglaubliche 21.000 neue, legale Waffen verkauft. Allein im Juli wechselten 5.700 Waffen den Besitzer – das sind 183 pro Tag! „Wir haben es hier ganz klar mit einem sicherheitspolitischen Versagen des Innenministers zu tun“, kritisiert Prammer scharf. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hatte im Juni ein strengeres Waffengesetz angekündigt, doch bis heute liegt kein Entwurf vor.

Zusammenhang mit häuslicher Gewalt und Suiziden?

Prammer fordert nun Antworten: In einer parlamentarischen Anfrage will sie von Karner wissen, wie die Regierung mit den Risiken umgeht, die durch die steigende Zahl an Waffen entstehen. „Immer wieder weise ich auf mögliche Zusammenhänge hin – etwa zwischen häuslicher Gewalt oder Suiziden mit Waffen in Privathaushalten und der riesigen Zahl an Waffen, die bei Rechtsextremen gefunden werden“, so Prammer. Doch bisher habe sie von Karner nur ausweichende Antworten erhalten.

Grünen fordern „Freiheit von Waffen“

Die Grünen fordern einen radikalen Kurswechsel: „Weg von der Freiheit für Waffen, hin zur Freiheit von Waffen“, betont Prammer. Sie sieht die Regierung in der Pflicht, endlich zu handeln, bevor die Situation außer Kontrolle gerät. Der Innenausschuss soll Anfang September über das neue Waffengesetz beraten, ein Beschluss wird jedoch frühestens im Oktober erwartet.

Kritik an der Regierung wächst

Die Verzögerung sorgt nicht nur bei den Grünen für Unmut. Auch Sicherheitsexperten warnen vor den Folgen der steigenden Waffenverkäufe. Die Regierung steht unter Druck, endlich konkrete Maßnahmen zu setzen, um die Sicherheit in Österreich zu gewährleisten.

Credits: APA

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