Ein Auftritt wie aus Tausendundeiner Nacht sorgt für hitzige Debatten: Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) reiste am Wochenende nach Kairo und vertrat Österreich bei einem historischen Ereignis – doch ihre Kleiderwahl wurde zum Politikum. In einem opulenten, goldbestickten Ballkleid zeigte sie sich bei der Gala-Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums und löste damit eine Welle der Kritik in den sozialen Medien aus.
Politischer Besuch mit prunkvollem Finale
Der offizielle Anlass für die Reise der NEOS-Chefin war ein Arbeitsgespräch mit ihrem ägyptischen Amtskollegen Badr Abdelatty. Im Anschluss stand jedoch ein gesellschaftlicher Höhepunkt auf dem Programm: die feierliche Eröffnung des lang erwarteten „Grand Egyptian Museum“. Meinl-Reisinger teilte am Sonntag selbst Schnappschüsse des Abends auf der Plattform „X“ (vormals Twitter).
„Gestern durfte ich bei der feierlichen Eröffnung des Grand Egyptian Museum in Kairo dabei sein und Österreich bei diesem historischen Moment vertreten“, schrieb sie zu den Bildern, die sie umgeben von internationalen Gästen zeigen.
Die Veranstaltung zog hochrangige Persönlichkeiten aus aller Welt an. Laut Arab News waren unter anderem der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, König Philippe von Belgien und der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis anwesend. Das Museum, dessen Eröffnung sich über Jahre verzögerte, wie National Geographic dokumentiert, gilt als größtes archäologisches Museum der Welt, das einer einzigen Zivilisation gewidmet ist.

Kritik von der FPÖ: „Kann man nicht mehr erfinden“
Doch statt Applaus für die diplomatische Vertretung hagelte es auf Social Media vor allem Spott und scharfe Kritik für das goldene Kleid. Besonders die politische Konkurrenz ließ kein gutes Haar an dem glamourösen Auftritt. Der FPÖ-EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky kommentierte die Bilder trocken mit den Worten: „Kann man nicht mehr erfinden“, wie oe24 zitiert.
Sein Parteikollege, der Wiener FPÖ-Gemeinderat Leo Lugner, schlug in eine ähnliche Kerbe und stellte einen direkten Bezug zur Lage in Österreich her:
„Während die Preise in Österreich explodieren und viele um ihre Existenz kämpfen, lässt sich unsere Außenministerin im goldenen Kleid in Kairo feiern.“
Sturm im Netz
Auch abseits der politischen Arena sorgte der Auftritt für Diskussionen. Ein Nutzer auf „X“ reagierte spöttisch auf Meinl-Reisingers Posting: „Schön für Sie. Ein nettes Wochenende in Kairo auf Kosten der Spesenzahler. Gut kommt das nicht an.“ Der Vorwurf der Dekadenz inmitten wirtschaftlich angespannter Zeiten wurde vielfach geäußert.
Credits: Screenshot Instagram, X
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