Bauer kritisiert: „Null nachvollziehbar“, dass Paal frei ist

Bauer kritisiert: „Null nachvollziehbar“, dass Paal frei ist

Der Fall des geständigen Kabarettisten Günther Paal alias „Gunkl“ sorgt für neue politische Kritik. Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) übt scharfe Kritik daran, dass der Beschuldigte weiterhin auf freiem Fuß ist, während die beiden mitangeklagten Frauen in Untersuchungshaft sitzen.

„Einer zu viel und grauenhaft“

Bauer findet deutliche Worte: „Es ist null nachvollziehbar, warum schon wieder ein prominenter geständiger Kinderschänder seine Freiheit genießt.“ Jeder einzelne derartige Fall sei „einer zu viel und grauenhaft“, so die Ministerin. Für sie gehört der Kinderschutz zu den obersten gesellschaftlichen Werten: „Unsere Kinder zu schützen, ist einer der höchsten Werte.“

Reform des Sexualstrafrechts als Antwort

Konkret verweist Bauer auf eine bereits im Regierungsprogramm festgehaltene Verschärfung des Sexualstrafrechts, die künftig auch den Bereich des Missbrauchs von Kindern stärker erfassen soll. Details zum Zeitplan dieser angekündigten Reform nannte sie in ihrer Stellungnahme nicht.

Unterschiedliche Haftsituation als Streitpunkt

Während gegen Paal aufgrund seines Geständnisses und seiner Selbstanzeige offenbar keine Untersuchungshaft verhängt wurde, sitzen die beiden mitangeklagten Frauen wegen des Vorwurfs schwerer Erpressung weiterhin in U-Haft. Genau dieser Unterschied in der Behandlung ist es, der bei Bauer und in Teilen der Öffentlichkeit für Unverständnis sorgt.

ORF reagiert mit Programmausschluss

Auch abseits der Politik zieht der Fall bereits Konsequenzen nach sich. Wie berichtet, hat der ORF Paal aus seinem Programm verbannt. Auch aus der Kabarett-Szene meldeten sich bereits Stimmen zu Wort, unter anderem Alfred Dorfer.

Betroffenes Kind mittlerweile in Krisenintervention

Zum weiteren Umfeld des Falles wurde zudem bekannt, dass das betroffene, im März 2021 geborene Mädchen der Mutter behördlich abgenommen wurde – die Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien (MA 11) schritt wegen Vernachlässigungsvorwürfen ein, die in keinem Zusammenhang mit dem Missbrauchsvorwurf gegen Paal stehen, wie der Rechtsvertreter der Mutter, Wolfgang Wendt, bestätigte. Das Mädchen befindet sich demnach mittlerweile in einem Kriseninterventionszentrum, ihr Bruder lebt bei Pflegeeltern.


Hinweis: Wenn du oder jemand, den du kennst, Hilfe in Bezug auf psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt benötigt: Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555; Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247; Rat auf Draht: 147; Autonome Frauenhäuser: 01/544 08 20; Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88; Weisser Ring: 0800 112 112; TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0–24 Uhr).

Credits: BKA/Regina Aigner

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