Messerangriff im Cockpit: Flydubai-Flug nach Tel Aviv landet in Saudi-Arabien

Messerangriff im Cockpit: Flydubai-Flug nach Tel Aviv landet in Saudi-Arabien

Auf einem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv ist es am Mittwoch zu einem Messerangriff zwischen den Piloten gekommen. Die Maschine landete sicher im saudischen Tabuk. Israelische Stellen prüfen, ob einer der Piloten die Maschine absichtlich zum Absturz bringen wollte. Viele Details sind noch widersprüchlich.

Notsignal, Entführungscode, Notlandung

Flug FZ1073, eine Boeing 737 Max 8, war am Mittwochmorgen in Dubai gestartet und sollte am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv landen. Laut dem Flugdatendienst Flightradar24 sendete die Maschine rund zwei Stunden nach dem Start zuerst den allgemeinen Notfallcode 7700, wenig später den Code 7500, der auf eine Entführung oder eine „widerrechtliche Einflussnahme“ hinweist. Israel ließ daraufhin Kampfjets aufsteigen. Die Maschine landete schließlich um 9.45 Uhr in Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens, wie die israelische Nachrichtenseite ynet berichtet.

Was die Airline bestätigt

Flydubai selbst bestätigte nur einen „Vorfall“. In einer Stellungnahme, die die „Jerusalem Post“ zitiert, heißt es, der Flug habe „auf dem Weg einen Vorfall erlebt“. Die Maschine sei sicher in Tabuk gelandet, „alle Passagiere sind in Sicherheit“. Eine Ersatzmaschine soll die Passagiere nach Tel Aviv bringen. Laut einer Mitteilung des Flughafens Tabuk wurden beide Piloten verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Verdacht: absichtlicher Absturz

Israelische Sicherheitsbehörden behandeln den Vorfall als möglichen Terroranschlag. Ein israelischer Offizieller sagte dem Sender Channel 12, ein Pilot habe versucht, einen Anschlag „wie am 11. September“ zu verüben. Nach einer Lagebeurteilung von Armee, Inlandsgeheimdienst Schin Bet und Mossad vermuten israelische Stellen laut ynet, dass der Copilot, ein Staatsbürger des Oman, die Maschine zum Absturz bringen wollte. Laut oe24 wird er derzeit in Saudi-Arabien verhört. Die Behörden ziehen aber auch psychische Ursachen in Betracht.

Passagiere griffen ein

Laut Passagierberichten stürmten Israelis, die vorne im Flugzeug saßen, zum Cockpit, als die Maschine an Höhe verlor. „Ein paar von uns sind einfach hineingesprungen und haben ihn aus dem Cockpit gezogen“, sagte ein Passagier in einem Video, das ynet zitiert. Ein Arzt und eine Pflegekraft an Bord leisteten laut ynet Erste Hilfe. Laut einem Passagier, den die „Jerusalem Post“ zitiert, rettete ein israelischer Zahnarzt dem schwer verletzten Piloten das Leben.

Vieles noch unklar

Wie genau der Kampf im Cockpit ablief, ist offen. Ob der Copilot den Kapitän angriff oder selbst im Handgemenge verletzt wurde, ob Passagiere oder eine zweite Pilotencrew an Bord die Kontrolle zurückgewannen und woher der Kapitän stammt, stellen die Berichte unterschiedlich dar. Auch die Angaben zur Zahl der Passagiere schwanken zwischen rund 150 und 174. Israels Verkehrsministerin Miri Regev hat laut „Jerusalem Post“ beim Schin Bet beantragt, alle Flydubai-Flüge von und nach Israel auszusetzen. Ein zweiter Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv kehrte am Mittwoch um.

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