Fast 67.000 Kirchenaustritte – Einnahmen steigen trotzdem

Fast 67.000 Kirchenaustritte – Einnahmen steigen trotzdem

Die katholische Kirche in Österreich verliert weiter Mitglieder, allerdings langsamer als in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig verzeichnet sie beim Kirchenbeitrag ein deutliches Plus – ein auf den ersten Blick widersprüchliches Bild, das die am Mittwoch veröffentlichte amtliche Statistik zeigt.

Austrittszahlen sinken seit drei Jahren

2025 traten 66.930 Menschen aus der römisch-katholischen Kirche aus. Damit setzt sich ein rückläufiger Trend fort: 2023 waren es noch 85.163 Austritte, 2024 bereits weniger mit 71.531. Trotz dieser Entspannung schrumpfte die Zahl der Katholiken insgesamt weiter, von 4,56 Millionen Ende 2024 auf nunmehr 4,49 Millionen.

Nicht nur Austritte entscheidend

Für den Mitgliederschwund sind laut Kathpress nicht allein Kirchenaustritte und -eintritte maßgeblich, sondern ebenso das Verhältnis von Taufen zu Sterbefällen sowie von Zu- zu Wegzügen. Immerhin 5.449 Personen wurden 2025 neu oder wieder in die Kirche aufgenommen, mehr als im Jahr davor mit 5.154. Auch die Zahl der Erwachsenentaufen stieg deutlich an, von 255 auf 359. Zusätzlich machten 447 Menschen von ihrem Recht auf Widerruf Gebrauch – sie hatten zunächst ihren Austritt erklärt, innerhalb einer Dreimonatsfrist nach Kontakt mit kirchlichen Verantwortlichen aber wieder davon Abstand genommen.

Weniger Taufen, Trauungen und Erstkommunionen

Bei mehreren klassischen kirchlichen Ereignissen zeigt sich ein Rückgang: Taufen sanken von 36.705 auf 35.259, Trauungen von 7.537 auf 6.678, Erstkommunionen von 45.685 auf 42.322 und Firmungen leicht von 39.677 auf 38.955. Die Zahl der Begräbnisse stieg dagegen geringfügig auf 47.995 – bleibt aber deutlich unter den Werten von 2023 (50.900) und 2022 (54.525), was laut Kathpress auch mit dem allgemeinen Rückgang der Sterbefälle in Österreich zusammenhängt. Laut Statistik Austria starben 2025 hierzulande 87.902 Menschen, 2024 waren es noch rund 88.500.

Weniger Priester, stabile Gottesdienstbesuche

Auch die Zahl der in Österreich tätigen Priester ist leicht rückläufig: 2025 waren es 3.171, nach 3.269 im Jahr davor. Sie setzt sich aus 1.566 Diözesanpriestern, 447 ausländischen Priestern und 1.158 Ordenspriestern zusammen, wobei vor allem die Zahl der Diözesan- und Ordenspriester über die Jahre sinkt, während jene der ausländischen Priester weitgehend stabil bleibt. Kaum verändert hat sich hingegen die Zahl der Gottesdienstbesucher: An den beiden Zählsonntagen wurden 359.561 beziehungsweise 378.278 Teilnehmer gezählt, nach 366.210 und 378.797 im Jahr 2024.

Kirchenbeitrag legt trotz Mitgliederschwunds zu

Die Bischofskonferenz veröffentlichte am Mittwoch zugleich die aktuellen Finanzkennzahlen der katholischen Kirche. Demnach stiegen die Einnahmen aus dem Kirchenbeitrag von 539,4 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 552,2 Millionen Euro 2025 – das entspricht mehr als 71 Prozent der kirchlichen Gesamteinnahmen. Neu seit 2025 ist zudem, dass der Kirchenbeitrag in allen Diözesen teilweise gezielt für bestimmte Bereiche oder Projekte gewidmet werden kann.

Wofür das Geld verwendet wird

Der Großteil der kirchlichen Budgets fließt laut Rechenschaftsbericht in die Basisstruktur und die Seelsorge: 492,6 Millionen Euro oder 62,4 Prozent der Gesamtausgaben wurden 2025 für Pfarren und pastorale Aufgaben aufgewendet. Insgesamt verzeichneten die zehn österreichischen Diözesen Gesamteinnahmen von rund 775,3 Millionen Euro, dem standen Ausgaben von etwa 789,7 Millionen Euro gegenüber. Aufgrund eines positiven Finanzergebnisses von 31 Millionen Euro weisen die Diözesen in Summe dennoch ein leicht positives Ergebnis ihrer kirchlichen Tätigkeit von knapp 16,6 Millionen Euro aus.

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