Während in Wien über Neuwahlen und ein mögliches politisches Comeback spekuliert wird, feiert Sebastian Kurz lieber mit seiner Belegschaft. Der Ex-Kanzler lädt rund 350 Mitarbeiter seines Cybersecurity-Unternehmens Dream zu einer dreitägigen Firmenfeier ans Tote Meer.
Die größte Feier der Firmengeschichte
Wie “Heute” unter Berufung auf Kurz’ Instagram-Kanal berichtet, reisen die Mitarbeiter dafür aus mehreren Standorten an, unter anderem aus Wien, Tel Aviv und Abu Dhabi. Es soll die bisher größte Feier in der Geschichte des Unternehmens sein. Laut “Heute” hat sich die Zahl der Beschäftigten seit Anfang 2025 mehr als verdoppelt.
Vom Start-up zum Milliardenunternehmen
Anlass ist das rasante Wachstum. Dream wurde Anfang 2023 von Kurz, dem früheren NSO-Chef Shalev Hulio und dem KI-Experten Gil Dolev gegründet, wie das Portal Trending Topics berichtet. Im Juni sammelte die Firma in einer Finanzierungsrunde 260 Millionen US-Dollar ein, angeführt von den Risikokapitalgebern Bicycle Capital und Group 11. Die Bewertung stieg damit laut der israelischen Wirtschaftszeitung “Globes” auf rund drei Milliarden Dollar. Erst im Februar 2025 war Dream mit einer Bewertung von rund 1,1 Milliarden Dollar zum sogenannten Unicorn geworden. Insgesamt flossen laut “Heute” bisher mehr als 410 Millionen Dollar an Investorengeldern in das Unternehmen.
Was Dream verkauft
Das Unternehmen bietet Staaten und Betreibern kritischer Infrastruktur KI-gestützte Abwehrsysteme gegen Cyberangriffe an, etwa durch staatliche Akteure wie Russland, Iran oder China, wie “Globes” schreibt. Seit dem Start der kommerziellen Tätigkeit Ende 2024 hat Dream nach eigenen Angaben Aufträge im Wert von rund 300 Millionen Dollar gesammelt. Hulio ist Geschäftsführer, Kurz Präsident und Mitgründer. Ein Büro in München ist laut Kurz ebenfalls geplant.
Ein Gründer mit Vorgeschichte
Ganz ohne Kontroversen ist das Unternehmen nicht. Mitgründer Hulio leitete früher die NSO Group, deren Spionagesoftware Pegasus international für Schlagzeilen sorgte; die Firma war von den USA auf eine schwarze Liste gesetzt worden. Kurz selbst war 2021 als Kanzler zurückgetreten, nachdem die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt hatte. Wirtschaftsmedien sehen gerade in dieser Kombination aus politischem Zugang und Sicherheitsexpertise einen Teil des Geschäftsmodells.
Und die Politik?
In Österreich taucht Kurz’ Name trotzdem regelmäßig auf. Laut einem oe24-Bericht unter Berufung auf anonyme ÖVP-Insider träumen manche in der Volkspartei angesichts schwacher Umfragewerte von einem Comeback des früheren Kanzlers. Kurz selbst hat solche Spekulationen bisher nicht bestätigt. Sein Instagram-Kanal zeigt derzeit vor allem eines: den Unternehmer.
Credits: Screenshot Instagram Sebastian Kurz
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