Eine Woche voller schlechter Nachrichten für die AfD – und nun auch eine Umfrage, die ihr Verluste attestiert. Im neuen ZDF-Politbarometer schrumpft der Vorsprung der Rechtsaußen-Partei auf die Union auf drei Prozentpunkte. Ob daraus ein Trend wird, ist allerdings offen. Andere Institute messen ein ganz anderes Bild.
26 zu 23
Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die AfD laut der Projektion der Forschungsgruppe Wahlen auf 26 Prozent, zwei Punkte weniger als in der Erhebung Anfang Oktober. CDU und CSU legen um zwei Punkte auf 23 Prozent zu, wie das ZDF mitteilt. Die SPD gewinnt einen Punkt und liegt mit 14 Prozent wieder vor den Grünen, die zwei Punkte verlieren und auf 13 Prozent kommen. Die Linke erreicht 11 Prozent, die FDP mit 3 Prozent würde den Wiedereinzug verpassen. Sonstige Parteien kommen zusammen auf 10 Prozent. Eine Mehrheit für die schwarz-rote Koalition von Kanzler Friedrich Merz ergibt sich weiterhin nicht. Befragt wurden vom 20. bis 22. Oktober 1.225 Wahlberechtigte telefonisch und online.
Eine schwierige Woche für die AfD
In den Befragungszeitraum fiel eine Reihe negativer Schlagzeilen für die Partei. Am 19. Oktober tauchten mehr als 421.000 gestohlene interne E-Mails im Internet auf, laut ersten Auswertungen mit zahlreichen Hinweisen auf rassistisches und antisemitisches Gedankengut. Dazu kommt die Debatte um die Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt, nach der Merz CDU-Politikern, die für die AfD stimmen, mit dem Parteiausschluss drohte. Ob diese Ereignisse den Rückgang ausgelöst haben, lässt sich aus der Umfrage allerdings nicht ablesen.
Andere Institute: AfD klar voran
Ein “Beben” ist es vorerst nur in einer Umfrage. Laut “Tagesspiegel” lag die AfD in einer am Dienstag veröffentlichten YouGov-Erhebung zehn Prozentpunkte vor der Union, die dort auf 18 Prozent kam. Auch im “Sonntagstrend” des Instituts Insa am vergangenen Wochenende erreichte die Union nur 18 Prozent, die AfD 29. Laut der Übersicht des Portals wahlrecht.de liegt die AfD bei den großen Instituten derzeit zwischen 27 und 30 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen misst also deutlich bessere Werte für die Union als die Konkurrenz. Zudem liegt eine Veränderung von zwei Punkten bei rund 1.200 Befragten nahe an der statistischen Schwankungsbreite.
Die Stimmung ist noch deutlicher
Bemerkenswert ist ein zweiter Wert, den das ZDF veröffentlicht. In der sogenannten politischen Stimmung, also den Rohdaten ohne Gewichtung nach langfristigen Parteibindungen, liegt die Union mit 25 Prozent sogar klar vor der AfD mit 18 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen rechnet diese Werte für ihre Projektion allerdings um, weil AfD-Anhänger in Umfragen erfahrungsgemäß seltener offen angeben, wen sie wählen.
Zweifel an Putin
Neben der Sonntagsfrage ging es im Politbarometer auch um den Ukraine-Krieg. Eine große Mehrheit der Befragten zweifelt laut ZDF daran, dass Russlands Präsident Wladimir Putin tatsächlich an einer Waffenruhe interessiert ist. Putin hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff neue Gespräche ab Mitte November in Aussicht gestellt.
Credits: Thomas Köhler / photothek
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